Projekt: Kampfknödel

Morgen ist es so weit, ich mache meinen ersten öffentlich zugänglichen, komplett offiziellen Lauf mit. 10 km weit, vier mal um die Würzburger Residenz. Der Würzburger Residenzlauf wird der erste Test meiner bereits sechs Wochen andauernden Lauffreude. OK, bislang ist es der einzige geplante Test, und ich denke auch, das Wort Lauffreude trifft es nicht so ganz, aber egal, um das Ding komm’ ich nicht drumrum und das will ich auch gar nicht, dafür war der Weg bislang von zu viel Kampf geprägt.

Die Glücksgefühle, die jeden Läufer relativ bald ereilen soll hocken bei mir noch im Café bei eben diesem und einem Stück Kuchen. Meine Körperform hat sich in den letzten sechs Wochen nicht nur nicht deutlich, sondern einfach mal gar nicht verändert. Ich habe Grund zur Annahme, dass meine über den Winter im Fitnessstudio antrainierten Muskeln sich nun verabschieden, mein Bauch aber die Aussicht auf den Rundreisen, die ich ihm nun drei- bis viermal die Woche biete, genießt. Oben und unten Kampf, in der Mitte Knödel.

Aber was soll’s, in den sechs Wochen konnte ich mich über eine stetig besser werdende Ausdauer freuen, meine Geschwindigkeit wuchs langsam, aber bemerkbar, und nun gegen Ende meiner Vorbereitungszeit haben sogar die 10 km ihren Schrecken verloren. Nicht, dass ich diese Entfernung überhaupt schon einmal in meinem Leben gelaufen wäre, aber 8 km waren es nun schon und die Lunge blieb noch drinnen.

Vielleicht schildere ich hier ja noch zu einem späteren Zeitpunkt meine Erfahrungen während des Residenzlaufs, irgendwie glaube ich aber nicht daran, dass ich viele Informationen sammeln werde. Mein Gehirn dürfte wohl mit der Aufgabe meine Atmung zu regeln voll und ganz ausgelastet sein.

Alles wird fit.

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Cloudspeicherungsplatzwahl

Die SkyDrive Anwendung für Windows ist da.

Seit vielen Jahren bietet Microsoft seinen Onlinespeicher SkyDrive an. Kostenlose 25(!) Gigabyte cloudtypisch irgendwo in der Welt auf irgendwelchen Servern. Die Benutzung dieses Speicherplatzes hat Microsoft direkt mal so unbequem wie möglich gemacht, quasi, um die Nutzungserfahrung zu intensivieren, oder so. Dateien hatten eine knapp bemessene Größenbeschränkung, ließen sich nur über Auswahldialoge überhaupt hochladen und überhaupt war alles reichlich umständlich.

Dann kam Dropbox. Nur 2 Gigabyte Speicherplatz kostenlos (Upgrades gegen Geld natürlich zu haben), dafür so simpel zu nutzen wie ein Ordner auf der eigenen Festplatte. Schließlich war es fast nichts anderes. Ein Ordner, und der gesamte Inhalt wurde hochgeladen bzw. synchronisiert. An zwei Rechnern mit dem selben Konto angemeldet, und schon hatte man immer aktuelle Daten. Super Sache. Dropbox wurde groß, so groß, dass es fast von Apple gekauft worden wäre, hätte der Preis beiden Parteien gefallen. So musste Apple seine eigene Cloudlösung basteln: iCloud.

Schon hieß es, Dropbox würde untergehen. Stimmt natürlich nicht, Dropbox hat schließlich seine Software nicht nur auf dem Mac sondern für fast alle Betriebssysteme und ist somit flexibler zu nutzen als die iCloud, doch die erste Konkurrenz war da. Nun macht es Microsoft wie immer auf bewährte Art: Sie schlagen mit großer Kriegskasse brachial auf einen aufkeimenden Markt ein. Die Idee mit dem Synchronisationsordner haben sie spontan geklaut, die Dateigrößenbeschränkung wurde aufgeweicht. Für Neukunden gibt es nun zwar nur noch 7 Gigabyte kostenlos, im Vergleich zur Dropbox aber immer noch erheblich mehr, und Bestandskunden können ihre 25 Gigabyte behalten. Die Preise für weiteren Speicherplatz unterbieten die Preisliste der Dropbox auch erheblich.

Ist es nun vorbei mit dem Start-up, mit der kleinen Klitsche, die sich anschickte ihren Firmennamen mit der ganzen Branche der cloudbasierten Onlinespeicher zu verbinden wie es sonst nur Nintendo, Sidolin oder Tempo in ihren Bereichen gemacht haben? Wohl auch noch nicht so ganz. Die SkyDrive Anwendung hat auch noch nicht auf allen Betriebssystemen Einzug gehalten (kennt eigentlich noch irgendjemand Linux?), dass es überhaupt noch eine Dateigrößenbeschränkung (bei 300 MB) gibt ist auch nicht perfekt. Zudem traue ich den Dropbox Machern auch noch ein paar neue Ideen zu. Am Tag der SkyDrive Neueröffnung brachten sie, vermutlich ganz zufällig, eine neue Funktion zum Dateiaustausch mit anderen Personen ans Laufen.

Ich werde erstmal zweigleisig fahren. Zum einen habe ich doch immer noch eine Linux Partition laufen zum Spielen, zum anderen ist mein Handy eben nicht mit einer Dropbox Version gesegnet worden. Wirklich spannend wird die Geschichte dann im Herbst (man munkelt Oktober) zum Start von Windows 8. Die SkyDrive Integration wird so tief im System stecken, dass man kaum noch drum herum kommen wird. Und dann werde ich froh sein noch zu den 25 Gigabyte Altkunden zu zählen.

Alles wird online gespeichert

Ein paar Gedanken zur Musik

Meine meiner Lieblingsbands war in Berlin. Ein unplugged Gig in einer kleinen heimeligen Location. Karten waren nach grob 4 Stunden komplett weg, also war auch ich nicht da. Schade, schließlich war es erst ihr dritter Auftritt überhaupt in Deutschland. Sie touren jedes Jahr, aber zumeist sind Russland, Polen, Ukraine etc. dran, Länder, die sich allesamt leichter von ihrer Heimat in Finnland aus erreichen lassen als Deutschland.

Nun funktioniert das bei anderen Bands ja auch, sie kommen aus der hintersten Ecke von Weitweitwegland und machen eine Welttournee, sind in jedem Land drei bis fünf mal, und weiter geht’s. Mächtiger Kraftakt für alle Beteiligten, aber anscheinend ist es so lohnenswert (nicht nur, aber auch finanziell), dass das immer noch vielfach gemacht wird, warum können die Jungs also nicht mal aufbrechen und zumindest ganz Europa durchtouren? Ganz einfach, sie haben kein finanzstarkes Label im Rücken.

Zum Release ihres neuen Albums haben Poets of the Fall auf Facebook eine Nachricht veröffentlicht, die im Groben darauf hinausläuft, dass sie darum bitten, dass man ihre Musik doch nicht klauen solle. Man würde damit nicht der bösen Musikindustrie an sich schaden, sondern nur ihnen ganz persönlich, da es sonst niemanden gibt, der an dieser CD mit beteiligt wäre. Auch wenn ich finde, dass so ein Aufruf ein wenig bedürftig klingt (noch schlimmer bei der unsäglichen Liqui Moli Werbekampanie), mir zeigt es mal wieder, dass schwarz/weiß Malerei immer verkehrt ist. Natürlich sind die großen kommerziellen Label das Böse in Reinform, aber ohne sie sehe ich meine geschätzten Bands nicht. Natürlich saugen sie die Kreativität aus jedem künstlerischen Akt heraus und bügeln alles auf Mainstream, aber ohne sie bekomme ich viel zu wenig über neue Musikprojekte mit.

Die Bands, die bei mir am Häufigsten gespielt werden sind Poets of the Fall (Finnland), Nightwish (Finnland), Zeraphine (Deutschland) und Stratovarius (Finnland, Schweden, ein bisschen Norwegen und zwischenzeitlich auch mal Deutschland), ich käme nie auf die Idee eine CD von denen zu klauen. Ich käme noch nicht einmal auf die Idee eine CD von denen als digitale Version zu kaufen. Nahezu mein kompletter Musikkonsum wird auch heute noch per CD in meine Wohnung geschafft, wobei die Ausnahmen mal wieder die Regel bestätigen. Egal wie, auf jeden Fall zahle ich Geld für die Musik von Bands, die ich mag. Und ich kann nicht glauben, dass ich da so ein großer Einzelfall bin.

In Stücken war das mal anders. Alben wurden schon immer gekauft, manchmal wurde ich überrascht, dass nur ein oder zwei Lieder meinem Urteil stand hielten, manchmal habe ich aber auch unglaubliche Gesamtkunstwerke erstanden, die im Zusammenwirken aller Einzelteile besser wurden als jeder einzelne Track für sich es war. Die einzelnen Lieder, die Ohrwürmer aus dem Radio, die waren bei mir die Wackelkandidaten. Zuerst kamen die in Form von Bravo Hits und anderen Samplern ins Haus, was da nicht drauf war musste entweder doch als ungeliebte Maxi Single ins Haus kommen, oder wurde nach und nach vergessen. Daraquf folgte die ISDN Zeit mitsamt Tauschbörsen. Einzelne Songs waren meist schon nach 10(!) Minuten fertig geladen, da gab es keinen Grund mehr Gesamtpakete käuflich zu erwerben. Mittlerweile kann ich die einzelnen mp3s direkt käuflich erwerben, für einen wirklich geringen Obolus, mache es aber nicht, weil ich kaum noch Radio höre und mir somit die Ohrwürmer fehlen. Im Gegenzug habe ich sogar schon für CDs gezahlt, die der Künstler eigentlich kostenlos verteilt hat, einfach weil die Musik so verdammt gut war, wollte ich Geld geben (an dieser Stelle ein kurzes “Hallo!” an Stereoshape. Leute, hört mal in die EP rein, kostenlos und absolut lohnenswert!).

Wohin führt mich das ganze Geschreibsel hier? Nirgendwo hin. Genau das ist mein Problem. Mein Musikinteresse ist festgefahren. Die Musiklabels haben mich als dankbaren Empfänger, der alles schluckt was sie einem vorsetzen, verloren. Ich kann nun viel stärker wählen was ich haben will und brauche keine zusammengeklöppelten Best-of Alben oder Samplers mehr. Ganz ohne die Labels scheint es aber auch nicht zu gehen. Das haben wohl selbst die Poets eingesehen, die kooperieren nun in Deutschland mit Remote Music. Das Ergebnis ist ein Song in den deutschen Radios und der zeitnahe Release ihres neuen Albums. Hoffentlich verfallen nun noch mehr Menschen der grandiosen Stimme Marko Saarestos.

Schreib(ver)lust

Ich schreibe hier zu wenig.

Ich habe vor kurzem ganz viele Themenideen bekommen. Sicher weit in die fünf Stück. OK, sind nicht wirklich sauviele, passt aber erstmal. Die Ideen kamen, als ich mich mal wieder in Kreisen bewegte, die so gar nicht meine üblichen waren. Die Freundinnen der Freundin der Freundin* waren interessante Menschen, bei denen meine Gedanken mal wieder auf Reisen geschickt wurden (böse Zungen behaupten, ich wäre im Gegensatz zu sonst einfach mal einen Abend nüchtern gewesen. Natürlich entbehrt die Behauptung jeglicher Grundlage… also die mit “sonst immer betrunken”… ach, Ihr wisst schon). Trotzdem ist hier noch nichts Neues gelandet.

Ich habe nicht meine Freude am Schreiben wieder verloren. Im Moment glaube ich nicht, dass das überhaupt nochmal passieren wird. Ich habe eher noch zu viel Freude. Ich setze mich hin, schreibe ein paar Sätze, die mir im Kopf rumschwirrten, und komme vom Hölzchen auf’s Stöckchen. Ehe ich mich versehe ist eine Standard Word-Seite voll und ich weiß noch nicht wie ich zu einem runden Ende kommen soll.

Mehrere solcher angefangenen Beiträge liegen nun schon in den verschiedenen Clouds gespeichert. Es ist sicher nicht schwer einen Text auch mal zu beenden. Die leichteste Möglichkeit ist wohl von Anfang an mit einem gewissen Plan an die Sache ran zu gehen. Schaffe ich auch häufig, nur nicht hier bei diesem Blog. Im vorherein planen klingt nach Ernsthaftigkeit, und das soll es hier ja nicht sein. Hier ist Vergnügen. Hier ist “einfach mal drauf los tippen”. Hier ist Spaß! Ich komme nur so langsam einem Geheimnis auf die Spur: Nichts veröffentlichen macht auch keinen Freude.

 

Alles wird gebloggt, früher oder später

* Ich lernte die Freundinnen der besten Freundin meiner festen Freundin kennen. Der deutschen Sprache fehlen da ein paar Worte, so muss man es etwas häufiger lesen, damit sich der Sinn ergibt.