Cloudspeicherungsplatzwahl

Die SkyDrive Anwendung für Windows ist da.

Seit vielen Jahren bietet Microsoft seinen Onlinespeicher SkyDrive an. Kostenlose 25(!) Gigabyte cloudtypisch irgendwo in der Welt auf irgendwelchen Servern. Die Benutzung dieses Speicherplatzes hat Microsoft direkt mal so unbequem wie möglich gemacht, quasi, um die Nutzungserfahrung zu intensivieren, oder so. Dateien hatten eine knapp bemessene Größenbeschränkung, ließen sich nur über Auswahldialoge überhaupt hochladen und überhaupt war alles reichlich umständlich.

Dann kam Dropbox. Nur 2 Gigabyte Speicherplatz kostenlos (Upgrades gegen Geld natürlich zu haben), dafür so simpel zu nutzen wie ein Ordner auf der eigenen Festplatte. Schließlich war es fast nichts anderes. Ein Ordner, und der gesamte Inhalt wurde hochgeladen bzw. synchronisiert. An zwei Rechnern mit dem selben Konto angemeldet, und schon hatte man immer aktuelle Daten. Super Sache. Dropbox wurde groß, so groß, dass es fast von Apple gekauft worden wäre, hätte der Preis beiden Parteien gefallen. So musste Apple seine eigene Cloudlösung basteln: iCloud.

Schon hieß es, Dropbox würde untergehen. Stimmt natürlich nicht, Dropbox hat schließlich seine Software nicht nur auf dem Mac sondern für fast alle Betriebssysteme und ist somit flexibler zu nutzen als die iCloud, doch die erste Konkurrenz war da. Nun macht es Microsoft wie immer auf bewährte Art: Sie schlagen mit großer Kriegskasse brachial auf einen aufkeimenden Markt ein. Die Idee mit dem Synchronisationsordner haben sie spontan geklaut, die Dateigrößenbeschränkung wurde aufgeweicht. Für Neukunden gibt es nun zwar nur noch 7 Gigabyte kostenlos, im Vergleich zur Dropbox aber immer noch erheblich mehr, und Bestandskunden können ihre 25 Gigabyte behalten. Die Preise für weiteren Speicherplatz unterbieten die Preisliste der Dropbox auch erheblich.

Ist es nun vorbei mit dem Start-up, mit der kleinen Klitsche, die sich anschickte ihren Firmennamen mit der ganzen Branche der cloudbasierten Onlinespeicher zu verbinden wie es sonst nur Nintendo, Sidolin oder Tempo in ihren Bereichen gemacht haben? Wohl auch noch nicht so ganz. Die SkyDrive Anwendung hat auch noch nicht auf allen Betriebssystemen Einzug gehalten (kennt eigentlich noch irgendjemand Linux?), dass es überhaupt noch eine Dateigrößenbeschränkung (bei 300 MB) gibt ist auch nicht perfekt. Zudem traue ich den Dropbox Machern auch noch ein paar neue Ideen zu. Am Tag der SkyDrive Neueröffnung brachten sie, vermutlich ganz zufällig, eine neue Funktion zum Dateiaustausch mit anderen Personen ans Laufen.

Ich werde erstmal zweigleisig fahren. Zum einen habe ich doch immer noch eine Linux Partition laufen zum Spielen, zum anderen ist mein Handy eben nicht mit einer Dropbox Version gesegnet worden. Wirklich spannend wird die Geschichte dann im Herbst (man munkelt Oktober) zum Start von Windows 8. Die SkyDrive Integration wird so tief im System stecken, dass man kaum noch drum herum kommen wird. Und dann werde ich froh sein noch zu den 25 Gigabyte Altkunden zu zählen.

Alles wird online gespeichert

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Eine Antwort zu “Cloudspeicherungsplatzwahl

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