E³ Vorspiel

In einer groben Woche ist es mal wieder soweit. Die Electronic Entertainment Expo startet in den US of A. Im Gegensatz zu den letzten Jahren bin ich aber mal sowas von gar nicht gehypet. Ich weiß zwar nicht wieso, aber die Spannung hält sich bei mir auf einem durchgehend niedrigen Level.

Eine große Ankündigung für Far Cry 3 wurde angekündigt. Super. Der erste Trailer für das erste Skyrim Addon Dawnguard wurde veröffentlicht. Toll. Elder Scrolls Online wird wohl neue Details erhalten. Nett. Die WiiU wird endgültig enthüllt. Spannend. Vielleicht bekomme ich endlich neues Infofutter über X Rebirth. OK, darüber würde ich mich ganz ohne Ironie wirklich freuen.

Die letzten Jahre habe ich auf die Pressekonferenzen hingefiebert. Ich war gespannt auf die Shows, die da abgeliefert werden. Im Moment ist in mir gar nichts. Ich werde mir Microsoft (Montag 04.06. 19.00 Uhr) und Nintendo (Dienstag 05.06. 18.00 Uhr) wohl auch dieses Jahr wieder ansehen, aber der Rest kann mir ziemlich gestohlen bleiben (und Sony hat seine PK ja europaunfreundlich mitten in die hiesige Nacht gelegt). Alle weiteren News bekomme ich über die üblichen Verdächtigen.

Da ich ja nun hier ein Blog betreibe bekommt Ihr Montag und Dienstag vielleicht meine Meinung zu den PKs präsentiert. Quasi druckfrisch. Wen das nicht interessiert, der darf in der Zeit gerne einen Bogen um mein Geschreibsel machen. Aber auch nur an den zwei Tagen, verstanden?

Zwinkerndes Smiley

Alles wird gehypter

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Helden gesucht

Wie steht es bei Euch um die Dinge, die ja auch morgen noch Zeit haben? Um die “das ist schon sinnvoll, vielleicht kümmer ich mich da demnächst auch mal drum”-Sachen?

Ich spreche von einem Organspendeausweis. Ich spreche von einer Typisierung für die deutsche Knochenmarkspenderdatei.

Einen Organspendeausweis trage ich nun schon seit vielen Jahren mit mir herum, vor weniger vielen Jahren ist er im Gesundheitsamt profihaft zusammengeschnibbelt und einlaminiert worden, für die Ewigkeit eben. Diesen Ausweis auszufüllen war mir seit Jugendjahren immer wichtig, getan hatte ich es nie. Irgendwann stand ich mal in einer Apotheke um auf meine Mutter und die Zubereitung ihrer Cremes zu warten, da fiel mir eine Infobroschüre in die Hände. Zuhause kurz studiert, die beiliegenden Klappkarte ausgefüllt, ab ins Portemonnaie damit, glücklich gefühlt.

Ich weiß, an die eigene Sterblichkeit zu denken ist nicht gerade das Schönste, aber es dauert echt nicht lange, und danach kann man das Ding hinterm Personalausweis verstecken und muss sich nicht mehr damit beschäftigen. Fast noch wichtiger ist aber, im Fall der Fälle müssen sich die Angehörigen auch nicht mehr um das Thema kümmern. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es mir geht, wenn ich 10 Minuten nachdem mir vom klinischen Tod eines nahestehenden Menschen berichtet wurde, entscheiden soll, was mit seinem Körper geschehen soll. Diese Frage habe ich dem armen Tropf, der von meinem Ableben unterrichtet wird, schon mal abgenommen.

Die Typisierung für die deutsche Knochenmarkspenderdatei ist nicht ganz so prominent in den Gedanken der meisten Leute verankert. Hier lässt sich aber eventuell helfen und Leben retten, ganz ohne das eigene zu opfern. Wenn jemand eine Knochenmarkspende benötigt, dann kann das nicht von irgendjemandem kommen, es muss genetisch so gut zum eigenen Körper passen, dass eigentlich nur die eigene Blutsverwandtschaft in Betracht kommt. Manchmal reicht aber auch die nicht, oder es sind nicht mehr genug auffindbar, dann begibt man sich auf die Suche nach der einen Nadel im Heuhaufen. Nach dem einen genetischen Zwilling, der durch mehr Zufälle als logisch erklärbar doch gerade passt. Nur dumm, wenn gerade dieser Mensch ohne Eintrag im Register ist.

Nach einer Typisierung für die Datei ist es sehr sehr sehr wahrscheinlich, dass nie mehr jemand auf einen zu kommt, dass der eigene genetische Zwilling sein Leben fröhlich und unbeschwert lebt und nie etwas von seinem möglichen Lebensretter erfahren muss, aber der eine unwahrscheinliche Fall, dass man doch einem Leben unter die Arme greifen KANN (niemand wird zu irgendetwas gezwungen, auch nach der abgeschlossenen Registrierung nicht), ist die paar Minuten Arbeit wert.

Für mich ist an dieser Stelle nun erst einmal Schluss. Eine Patientenverfügung wird von mir geschrieben, wenn ich auch jemanden habe, dem ich sie aufdrücken kann, spätestens also irgendwann nach einer Hochzeit. Selbst dann ist das eigentlich auch wieder ein kurzes Unterfangen. Für alle Eventualitäten kann man sich eh nicht wappnen, also wird ein grober Leitfaden aufgeschrieben was ich möchte und was nicht, und der Rest muss eh zwangsweise den Angehörigen aufgehalst werden. Wie beim Organspendeausweis sollten die Vertrauten einfach nicht alleine gelassen werden. Mit Geburt des ersten Kindes steht dann ein Testament an. Die Verteilung meiner (umfangreichen) Comicsammlung dürfte dabei (allen außer mir) relativ egal sein, aber zu wem soll das Kind und was bekommt derjenige neben der Wickelkommode noch von mir.

Jetzt bin ich gespannt, was habt Ihr schon für eine Zukunft ohne Euch geregelt? Noch nicht viel? Solange Ihr dies noch lesen könnt, ist es nicht zu spät. Es werden Helden gesucht, auch wenn man vielleicht nicht in die Zeitung kommt, man kann Leben verändern.

… und Spaß dabei

Ich soll mich darauf konzentrieren Spaß zu haben. Bei allem was ich tue, weil ich sonst nämlich einfach wieder gar nichts tue. Ein Motivationstraining zum Erlernen eines normalen Lebens.

Ich gehe recht offen damit um, dass ich ab und an mal Stimmen höre. Zumeist sind sie eh etwas klischeebeladen und kommentieren einfach was ich sehe mit möglichst vielen mehr oder weniger passenden Simpsons-Zitaten. Außenstehenden beschreibe ich sie gerne als Engelchen und Teufelchen auf der Schulter, nur halt ohne klare Gesinnung. Sie gehören zu mir, stellen einfach einen Weg dar, auf dem mein Unterbewusstsein mit mir sprechen will. Und ganz ehrlich, im Vergleich zu den Träumen mach anderer gefällt mir die Technik erheblich besser.

Nun begab es sich vor ein paar Jahren im Sommer gegen 22.30 Uhr, dass mir eine meiner Stimmen sagte: “Wenn Du nun Deine Fenster putzt wirst Du umgehend glücklich und zufrieden sein.” Ich begann in der kompletten Wohnung die Fenster zu putzen. Im Anschluss konnte ich zwar endlich wieder durch meine Fenster blicken, Glück und Zufriedenheit waren aber nicht auf wundersame Weise eingekehrt. Die Stimme hatte mich belogen und ich war sauer.

Dabei hätte ich mich einfach freuen sollen. Ich hatte soeben meinen Schatten übersprungen und aufgrund eines schwer vermittelbaren Motivationsschubes eine Arbeit mit viel Spaß dabei erledigt, um die sich hier wohl niemand reißt. Sich hinsetzen, durch die Scheibe blicken und sich am mittlerweile aufgezogenen Mond (und seinen klaren Umrissen, die nicht mehr wie durch Milchglas erschienen) erfreuen, das wäre ein praktikabler Weg zu Glück und Zufriedenheit gewesen.

Ich bemühe mich nun auf Geheiß eines Arztes alles nur noch mit Freude und Spaß anzugehen. Das heißt natürlich nicht, dass die unangenehmen Dinge im Leben nun einfach vergessen, sondern dass sie versüßt werden müssen. Sei es durch die reine Freude am Abhaken auf einer Liste (wieder was geschafft), sei es durch eine selbst versprochene Belohnung (das mach ich noch eben, dann geht es aber mit dem Controller auf die Couch), sei es durch die Vorfreude am zu erwartenden Ergebnis (ich schrubbe den Balkon noch mal richtig, damit ich hinterher die Freundin raus sperren kann und mehr Freude mit dem Controller auf der Couch habe), oder sei es durch das Verschönern des Weges (Spülen ist öde, aber mit Musik in den Ohren und lautem Mitgröhlen wird es erträglich).

Meine bisherige Technik, an mein Pflichtgefühl zu appellieren und mir selbst immer wieder neue Deadlines zu setzen (weil ‘Arbeit’ x ‘verbleibende Zeit’ = ‘Konstant’ und ohne die letzte Minute vor der Deadline bekommt man ja überhaupt nie was gebacken) war nicht sehr erfolgreich. Wie ein großer Teil der Menschheit stehe auch ich nicht besonders darauf von oben herab herumkommandiert zu werden. Wenn ich geschubst werden mach ich einen Buckel, nehme Abwehrhaltung ein und bewege mich nach Möglichkeit in keine Richtung mehr. Lernen musste ich, dass dies nicht nur passiert, wenn mich andere Leute zu etwas überreden wollen, sondern auch wenn ich mich selber schubse, Stichwort: Innerer Schweinehund.

Nun versuche ich also auf diese Weise ein normales Verhältnis zu meinen Verpflichtungen, meinem Leben und den Menschen da drin und da dran zu bekommen. Auf einmal ist gar nicht jede Verpflichtung eine Bestrafung, auf einmal ist gar nicht mehr das ganze Leben ein Kampf gegen sich selbst. Vielleicht bin ich im Moment der berühmte Esel, der der Möhre am Stock hinterher jagt, aber wenigstens habe ich die Möhre selber dort hin gehängt. Vielleicht klappt es ja irgendwann auch ganz ohne, dann bin ich nur noch ein Esel.

Es kommt genau auf uns zu!

Ich entwickele mich zum 3D Fan, und die Schuld daran trägt wohl Nintendo.
Als es im Kino mal wieder mit der Zeit der 3D Filme los ging war ich doch eher skeptisch. Zu gut waren mir noch die Versuche mit Rot / Grün Brille in Erinnerung, die hauptsächlich auf Effekthascherei aus waren. Irgendetwas musste auf den Zuschauer zuspringen oder nach ihm schnappen, sonst wäre die ganze Technik ja völlig umsonst gewesen. Ich fand es furchtbar.

Diesmal landeten zuerst die Animationsfilme von Pixar und Co im Kino, schließlich war es günstiger, schneller und einfacher nur eine Software für die 3D Produktion anzupassen als gleich neue Kameras / Schnitttechnik / etc. anzuschaffen. Und ich war sehr erfreut, als sich diese Filme kaum von dem unterschieden, was ich bislang gewohnt war. Ja, auch da flog mal was auf den Betrachter zu, aber in Maßen tat es das auch in 2D Filmen.

Vor etwas über einem Jahr landete dann der Nintendo 3DS in meinen Händen, und ich war sofort hin und weg. Ohne störende Brille auf der Nase hatte ich ein hervorragendes dreidimensionales Erlebnis. Auf einmal haben sich nicht mehr nur animierte Figuren auf die Nase gehauen, sondern Figuren, wie aus der Modelleisenbahn meines Vaters geklaut, taten dies. Ein bewegtes Diorama. Mit Special Effects. Geil.

Bis heute besitze ich noch kein Spiel für das Gerät, dass wirklich den 3D Effekt als Spielelement nutzen würde, aber alleine der optische Eindruck, es mit anfassbaren Objekten zu tun zu haben macht mich zu einem begeisterten Fan der Technik.

Mittlerweile würde ich sogar Familienfilme oder Schnulzen lieber in 3D sehen, nur weil mir das Erlebnis mehr gibt. Daheim möchte ich aber bitte keinen 3D Fernseher haben. Daheim setze ich mich selten hin um wirklich einen Film zu sehen, zumeist läuft der Fernseher einfach nebenbei, und dann trage ich bestimmt keine Shutterbrille.

Wobei ein Film, der die räumliche Technik wirklich braucht um einen Eindruck zu hinterlassen, zumeist kein guter Film ist.

Rächer

Ich komme mir mal wieder verarscht vor. Diesmal vermutlich unberechtigt, aber ich befürchte, das ist mittlerweile die Ausnahme.

Ich war Anfang der Woche in The Avengers*. Den Streifen gibt es anscheinend nur in 3D, und so saß auch ich mit Brille im Kino und freute mich darauf ein wenig Action entgegen geworfen zu bekommen. Bereits während des ersten Trailers begann mein Hirn zu schmerzen und irgendwie bemerkte ich, da stimmt was nicht. Nun habe ich ja genug Physikvorlesungen besucht um zu bemerken, das richtige Bild erreichte das falsche Auge. Die Polarisationsfilter auf meiner Brille gehörten vertauscht. Nun wollte ich aber nicht anfangen an dieser fragilen Plastikkonstruktion im dunkeln Raum herum zu doktern, und entschied mich geistesgegenwärtig dafür die Brille einfach umzudrehen. Es war unbequem und störte die Immersion vehement, aber das Bild war gut und die Kopfschmerzen hörten auf.

Was soll der Quatsch? Warum kommt man auf die Idee mal eben die Polarisation der Bilder zu tauschen? Ich denke nicht, dass es nur gemacht wurde um neue Brillen zu verkaufen, aber es war schon mein erster Gedanke. Vermutlich haben sie einfach die Technik erneuert und dann war es halt so, aber ich bin schon so weit den Betreibern zuerst einmal Absicht zu unterstellen. Zu oft wurde mir schon ohne Grund ein neuer “Standard” vorgesetzt, ohne, dass es plausible Gründe gab. Da hatte das Handy einfach mal eben einen neuen Stecker, damit man das alte Zubehör bloß nicht weiter verwenden konnte. Da musste mal eben ein neues Speicherkartenformat erfunden werden, damit ich bloß kein kostengünstiges Standardmodell erwerben kann. Da müssen Druckerpatronen mal eben einen Chip aufgelötet bekommen, damit bloß kein Drittanbieter die Preise in etwas realistischere Gegenden drücken kann.

Wenn technische Gründe vorliegen nehme ich das alles hin, aber so ist es ja nur sehr selten. Zumeist wollen die Firmen einem einfach nur mehr Geld aus der Tasche leiern. Fertig, keine weiteren Geheimnisse und keine weiteren Gründe. Geld. Mehr Geld. Schluss. Das nervt mich dermaßen, dass ich mittlerweile allen Firmen erst einmal böse Hintergedanken unterstelle. Dabei gibt es doch auch die guten Menschen. Die (zumeist kleinen) Händler, die mich auf solche Späßchen aufmerksam machen, und die mir Alternativen aufzeigen. Die die Rattenschwänze kennen, die ich mit einem Kauf ungewollt und unbeabsichtigt mit erstehe. Vielfach sind es die kleinen Läden, die sich gegen große Mitbewerber (und dank Amazon hat mittlerweile doch JEDER einen großen Mitbewerber) durch Service behaupten müssen. Für Tipps auf der Suche nach den guten Läden wäre ich dankbar.

*) Filmkritik für Leute mit Avengersvorwissen: Der Film funktioniert nach ganz klaren Comicregeln. Große Bedrohung (in Anlehnung an die erste Rächer Storyline geht es auch diesmal gegen Loki), viele Helden werden zusammengeführt, hauen sich gegenseitig auf die Nase, raufen sich zusammen und retten den Tag / die Stadt / die Welt / meine Oma. Die Story hat etliche Logiklücken, welche durchaus in Comicgeschichten so nicht passieren sollten, aber stören kann das den Filmgenuss nicht mal ein bisschen. Ganz wie in den Avengers Comics haben alle Hauptfiguren ihre eigenen (Film-)Reihen um den ganzen ruhigen zwischenmenschlichen Kram zu erledigen, hier kann also gespart werden um die Geschwindigkeit hoch zu halten. Das funktioniert schon dadurch sehr gut, dass zwischen den Figuren hin und her geschaltet wird und man das Gefühl hat gerade die Konferenzschaltung mehrerer Filme zu sehen. Unterschiedliche Fronten, aber nur Highlights. Herausgekommen ist ein wunderbares Actionkino, dass von Anfang bis Ende Spaß macht ohne auch nur einmal die grauen Zellen zu überfordern. Dass sich nun ein paar Comicfans hinstellen und über die Unterschiede zwischen Film und Vorlage (Maria Hill als Nick Furys rechte Hand, Captain America als Gründungsmitglied der Rächer) schimpfen dürfte wohl normal sein und kann getrost ignoriert werden.

Ich kenne jedenfalls zwei Damen, die vermutlich im nächsten Sommer mit einem Joss Whedon Tattoo auf dem Hinterteil herumlaufen werden.