Hörlektionen

Meine Freundin trat mit einer Idee an mich heran. Sie meinte, sie wolle nicht mehr alleine unter meinen Versuchen leiden, ihr meine schillernde Videospielwelt näher zu bringen. Sie möchte viel lieber die ganze Menschheit damit vergiften, weil sie denkt, dass das eine tolle Podcastidee wäre. Tja, ist es das?

Brauchen wir noch einen weiteren Gamingpodcast? Nach meinem Gefühl gibt es da für jede Geschmacksrichtung schon drei. Aber wie wäre es mit einem in Lektionen aufgebauten Hörkurs? Ein Opfer wird von meinem nie versiegenden unnützen Wissen zugeschwallt, so 10 oder 20 Folgen lang, jeweils aufeinander aufbauend, aber doch alleinstehend genug. Vielleicht wäre es auch besser nicht nur mich reden zu hören? Zwei Kerle zum Quatschen und zwei Damen zum stummen Nicken (sehr wichtig bei Hörproduktionen aller Art) würden sicherlich reichen. Ich nehme natürlich auch redende Frauen, dummerweise sind die in dem Themenbereich leider noch eher selten zu finden, und in meinem Freundeskreis gibt es da eine noch kleinere Schnittmenge.

Das Ganze könnte dann so etwas wie eine Diskussionsgrundlage für andere geplagte Nerds sein, die sich kastenfremd verliebt haben. Bücher-, Strick- oder Discogängerkaste sind da zumindest von mir ziemlich gefürchtet, aus Gründen. Gibt es da überhaupt Interesse dran? Da so ein Podcast ja nun weder ein großes finanzielles Risiko bedeutet, noch besonders viel Geld und Ruhm einbringt, ist es eigentlich egal, ob den nur zwei Personen, oder die gesamtdeutsche Spielerschaft hören. Es geht erst mal darum, ob jemand Lust hätte so ein Ding mit mir zu produzieren?!

Themenspektren für ein grobes dutzend Folgen (natürlich zuzüglich einer Episode 0) aufstellen, alles oberflächlich genug um die avisierte Hörerschaft nicht zu vergraulen, aber doch wieder genau genug um profundes Wissen zu vermitteln. Halt die gesunde Mitte. Das Ganze ließe sich ohne eine problematische Tagesaktualität gut vorproduzieren und wäre in einem überschaubaren Zeitrahmen abgehandelt (sofern keine zweite Staffel folgen sollte).

Ich werde mal weiter darüber nachdenken, und Ihr da draußen solltet das auch tun. Wer will mitmachen? Und wer will Alex und Ralf nach ihrem Würzmischung 24 Stunden Podcast die Ausrüstung klauen?

Alles wird audiomedial

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Eine Nische, nur für mich

Manchmal entdeckt man durch Zufall eine CD, ein Buch, ein Spiel, das den Eindruck vermittelt, es sollte nie erfolgreich werden. Objektiv betrachtet ist alles Quatsch, alles dämlich und vor allem ist es nicht gut. Doch subjektiv ist das alles scheißegal, die Musik, so primitiv sie auch sein mag, spricht genau Dich an! Das Buch ist stupide mit unkreativen Worten geschrieben, aber die Geschichte spricht genau Dich an! Die Steuerung des Spiels kommt direkt aus der Hölle, aber das Setting spricht genau Dich an! Ich habe in meiner Vergangenheit einige dieser nur-für-mich-Perlen gefunden. Medien, bei deren Konsum ich definitiv alleine sein möchte.

Gestern bekam ich endlich meinen neuesten 3DS Titel: Theatrhythm – Final Fantasy. Ein Musikspiel mit Rollenspielelementen, dessen Titel einzig und alleine aus dem Final Fantasy Franchise kommen. Ich hatte noch nicht genug Zeit für eine komplette Analyse, aber im Moment scheint es, es gibt fünf Songs für jeden der 13 Haupttitel der Reihe (warum Final Fantasy 14 nicht berücksichtigt wurde ist mir jedoch schleierhaft). Gespielt wird in vier verschiedenen Varianten, welche Variante bei welchem Lied genutzt wird ist vorgegeben. Das hier soll kein Review werden (dafür hätte ich auch noch nicht genug Spielzeit gesammelt), darum verweise ich nun einfach auf den Trailer von der diesjährigen E³, da werden drei Spielvarianten vorgestellt.

Nun ist die Musik der Final Fantasy Titel wohl über jede Kritik erhaben. Egal ob als Midigedudel zu Beginn der Reihe vor 25 Jahren, oder als Orchesterwerke bei den jüngeren Spielen, die Melodien sind eingängig und mitreißend. Da ich bislang nur die Teile 1, 4, 7, 8 und 13 gespielt habe, und das teilweise schon ewig her ist, habe ich mich ein wenig davor gefürchtet, mit den mir unbekannten Titeln nicht zurecht zu kommen, doch auch wenn die Verknüpfung von Storyelementen aus den Spielen mit den jeweiligen Liedern mein Herz schon mal kurz aussetzen lassen kann, es geht auch sehr gut ohne.

Nun sitze ich hier also in meiner Privatsauna bei komplett verdunkelten Fenstern um bloß keinen wärmenden Sonnenstrahl zu viel herein zu lassen, klebe an der Couch fest und habe meinen 3DS in der Hand, tippe leicht unrhythmisch (ich bin dafür halt nicht geboren) auf dem Touchscreen des Gerätes herum, während ich meine vier Mann Party im SD Look gegen SD Monster antreten lasse. Dazu diese meisterhaft komponierte Musik, die meine Stimmung mit sich trägt wie einst die berühmte American Beauty Tüte vom Wind getragen wurde. Nein, dabei soll mir bitte niemand zusehen, aber es ist wie für mich gemacht.

P.S.: Und es erweckt in mir den Wunsch nach Beendigung von Final Fantasy 13 und 13-2 mal alle Titel von 1 bis 9 chronologisch durchzuspielen. Auch wenn jeder Teil eigene Charaktere und eine eigene Welt besitzt, so machen einem doch gerade die Titel dieser Serie die sagenhafte Entwicklung des Mediums “Videospiele” klar.

Alles wird nur meins

From Penis with love

Nach Urlaubs- (und sonstigem) bedingter Abwesenheit brauchte ich natürlich ein gescheites Thema um hier mal wieder in Erscheinung zu treten. Und heute habe ich da etwas gefunden, was ich Euch nicht vorenthalten kann, was ich vor allem interessant genug finde, um es weiter zu verbreiten. Es geht um Penisse.

Es wurde im ZEITMagazin (siehe unten) die Frage aufgeworfen, warum es so viel nackte Frau in unserem Alltag gibt, aber so wenig nackten Mann. Alle Menschen, die momentan neben einer Baustelle leben oder arbeiten werden das sicher verneinen, aber eigentlich liegt die Autorin des Artikels richtig. Es werden und von der werbetreibenden Industrie mehr nackte Frauentorsi als Männerrümpfe untergeschoben. In gewisser Weise verstehe ich das beim Thema Penis auch. Dieser nacktmullähnliche knochenlose Designalbtraum stinkt halt gefährlich ab gegen eine gut eingepasste stromlinienförmige Abdeckhaube.

Trotzdem gehören die Dinger halt zu unser aller Leben, alleine schon weil sie bei der Entstehungsgeschichte eines jeden von uns eine nicht unwesentliche Rolle spielten. Und als so integraler Bestandteil unseres Daseins bekommt der handelsübliche Penis zu wenig Aufmerksamkeit. Das dachte sich auch die Berliner Gruppe “MILFs gegen Merkel” auf ihrer Facebookseite und veröffentlichten folgenden Post:

Ich will Eure Penisse!

Die meisten von Euch werden mitbekommen haben, dass das ZEIT-Magazin neulich auftrumpfte mit einem Artikel „Das ist übrigens ein Penis“ http://www.zeit.de/2012/31/Maennliche-Nacktheit/seite-1

In diesem amüsanten wie aufschlussreichen Artikel stellt sich Autorin Elisabet Raether die Frage wieso wir eigentlich überall Muschis, Brüste und allerlei nackte Frauenhaut sehen, während sich der männliche Penis im Hintergrund versteckt. Er taucht tatsächlich nahezu nur in homoerotischer Kunst auf, in seiner heterosexuellen Form bekommen wir ihn nur noch in überdimensionierten Pornozusammenhängen unter die Augen. Das ist tatsächlich schade und sollte geändert werden. Die Autorin wagt die These, dass es vielleicht an der Zeit ist, dass die Frauen den Penis kennenlernen müssen, wie die Männer in den Siebzigern die Muschis erforschen mussten.

Ich denke, da steckt sehr viel Wahrheit hinter und das hat mich auf eine Idee gebracht.

Ich möchte gerne einen Ausstellung machen mit dem Titel 44°.

Hintergrund ist, dass in deutschen Medien die Abbildung eines Penis nur zugelassen ist, wenn er den Neigungswinkel von 45° nicht übersteigt. Darum wollen wir uns nun ganz korrekt an diese Weisung halten, aber wir wollen dennoch erigierte Penisse sehen. Der Trick ist, dass man den erigierten Penis für das Foto einfach hinunterdrücken muss. So what?!

Weil ich selbst keinen Penis habe, kommt nun Ihr ins Spiel! Eure Freundin kann Euren Penis runterdrücken oder fotografieren oder beides, ihr selbst könnt es tun. Dabei könnt ihr vollkommen frei entscheiden, ob man nur das Entscheidende oder auch ein Stück Eures Gesichtes oder sonstigem erkennen kann. Die Inszenierung und wie das Foto entsteht, ist vollkommen frei gestellt. Wichtig ist nur: Du bist ein Mann, du hast einen Penis (und am besten ist das kein Pornoprügel, sondern ein ganz normaler echter Penis), dieser ist gerade erigiert und du drückst ihn so hinunter, dass er auf keinen Fall über einen Neigungswinkel von 45° hinauskommt. Die Ergebnisse könnt Ihr selbstverständlich anonym hochladen, aber bitte in hoher Qualität. Diese Fotos sollen dann in einer Ausstellung in einem Berliner Museum oder Galerie ausgestellt werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man für diese Idee auch sehr große Häuser gewinnen kann. Zeigen wir Penis!

Er darf uns sogar gefallen und in Verzückung versetzen.

Regen wir das Gespräch an und erfahren vielleicht endlich mehr über diesen Eremiten.

Fasst Euch ein Herz, greift Euren Pimmel und die Kamera und: BITTE!

Die fertigen Ergebnisse können selbstverständlich anonym hochgeladen werden unter:

http://www.abload.de/

Einfach einloggen mit dem Benutzernamen: 44grad

Passwort: mypenisisawonderland

Und ein Bild hochladen. Niemand muss erfahren, dass Ihr dabei seid. Eure Entscheidung, aber über eine rege Teilnahme würden wir uns doch alle sehr freuen. Darum sendet die mail auch gerne weiter an alle, die einen Penis haben oder kennen!

Mit den besten Wünschen für alle Eure Organe,

Meike

Sollte ich Euch demnächst bitten mir eine Kamera zu leihen, dann nickt bitte einfach nur wissend. Bis dahin brauche ich aber noch eine nette Dekoidee. Und genug Legosteine um sie Realität werden zu lassen.

Alles wird fotogen