Theoretisch kann ich alles

Ich habe die letzten 15 Tage die kostenlosen Kindle E-Books von Amazon abgeräumt. 15 TaschenGuides aus dem Haufe Lexware Verlag. Nun kann ich nahezu alles. Ich kann perfekt “Meetings planen”, in denen ich in wunderbarem “Englisch im Job” ganz “Stressfrei arbeiten”d mit lockeren “Reden und Ansprachen” “Menschen einschätzen und überzeugen” vermag, während ich selbst “Manipulationen abwehren” kann und obendrein noch “Sympathien gewinnen” könnte. Ich bin so ein dufter Typ.

Wie so oft, mir fehlt der Glaube. Reicht es ein 250 Seiten Buch zu lesen um eine Koryphäe in den Softskills zu werden? Gehe ich schon wieder zu skeptisch an die Sache heran, und sabotiere ich mich selbst? Ich habe noch keinem dieser Bücher eine Chance gegeben, bislang sind sie nur auf meinem Lesegerät gelandet und stauben da so lange digital vor sich hin, bis ich endlich meine beiden begonnenen Romane abgeschlossen habe (und das dauert bei meiner Romanlesegeschwindigkeit eine Weile). Aber auch wenn sie nur die Aufmerksamkeit für das eigene Auftreten, oder die noch zu füllenden Kompetenzlücken stärken, haben sie dann nicht mehr geleistet als die meiste Unterhaltungselektronik, der ich so gerne fröne?

Ist es nicht besser sich nur ein bisschen weiter zu entwickeln, als sich durch Spiele- und Fernsehkonsum aus der Wirklichkeit herauszuziehen? Die Frage trage ich schon länger mit mir herum, habe sie hier auf dem Block auch schon mal thematisiert, aber man merkt wohl, dass ich noch nicht wirklich weiter gekommen bin. Die Quintessenz scheint zu sein, dass wahre Arbeit an sich selbst vor allem genau das ist: Arbeit. Und Zeitintensiv. 250 Seiten zu lesen erscheint mir da etwas zu simpel.

Alles wird fordernd