The next Karriere-Premiere

Erste Geschäftsreise im neuen Job liegt hinter mir. Es ging
ins dunkle Ausland (von Bayern/Franken aus gesehen ist Berlin dunkles Ausland).
Und eigentlich ist es vollkommen egal wo der Termin war. Die Probleme vor Ort
sind nicht anders, wenn es nur nach Schweinfurt geht. Mit dem Unterschied, dass
Schweinfurter einen nicht ganz so furchtbaren Dialekt haben 😉

Ich habe bei diesem Termin bekommen was ich wollte. Fotos.
Nicht von mir, aber von dem zu beschreibenden Objekt. Es sind etwas über 90
Bilder geworden, die die Schönheit von Edelstahl perfekt unterstreichen. Was
ich nicht bekommen habe ist einen rundum zufriedenen inneren Kritiker. Ich war
nicht souverän genug, hatte nicht auf alle Nachfragen eine passende Antwort und
muss mich jetzt mit einem Fragenkatalog durch Normen und Richtlinien wühlen.
Das macht mich nicht glücklich. Ich weiß, dass nach einem Monat in
Festanstellung noch nicht alles im Ärmel stecken kann, was man so raus
schütteln möchte, aber deswegen muss ich ja darüber nicht glücklich sein.

Was allerdings richtig Spaß gemacht hat war das
Zeitvertreiben während der Zugfahrten. Mein Surface hat mich begleitet, ließ
mich auf dem Hinweg nochmal die wichtigsten Fakten über Reise nachlesen, und
unterhielt mich abseits davon mit Filmen und Comics. Jawohl, Comics. Ich habe
mal vor einiger Zeit versucht den koreanischen Webcomic „The Girls of the
Wild’s“ auf meinem Handy zu lesen. Kein Vergnügen. Auf dem PC. Kein Vergnügen.
Auf dem Surface. Stundenlange Freude an der überraschend vielschichtigen
Geschichte und den zahlreichen Kampfszenen. Habe nun 20 Kapitel hinter mir und kann
es nur jedem weiter empfehlen.

So, ich genieße nun auf meiner Rückreise das Abteil, das ich
komplett für mich alleine habe (inklusive ausliegender Zeitung und sechs
Päckchen Gummibärchen). So sollte man immer reisen.

Alles wird Big Business

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Juli recap

Nun ist er also vorbei, der Juli. Ein Monat, wie ich ihn bisher wohl noch nicht erlebt habe. Innerhalb kürzester Zeit habe ich mein Praktikum im Computec Verlag beendet, Absagen auf Bewerbungen erhalten, einen Job angeboten bekommen, zugesagt, Arbeitsvertrag unterschrieben, Tankstellennebenjob gekündigt, neue Wohnung gefunden, alte Wohnung gekündigt, neuen Job begonnen, letzte Tankstellenschicht hinter mich gebracht und Umzug geplant. Der erste August präsentierte sich dann auch schon interessant, eine erste Besichtigung für meine jetzige Wohnung wurde angesetzt. Mal sehen was das noch so gibt.

Ich verbringe nun meine Tage an einem anderen Fleck, und bald werde ich auch meine Abende wo anders verbringen. Ich habe nun Planungssicherheit was mein monatliches Budget an geht, ich habe freie Wochenenden (halt so frei, wie sie vor einem Umzug sein können), und eigentlich macht sich in mir das Gefühl breit, dass sich innerhalb eines Monats mein komplettes Leben umgekrempelt hat. Stimmt natürlich nicht so ganz, schließlich wuseln da immer noch dieselben Menschen drin rum, die sind auch so ziemlich die einzige Konstante geblieben.

Ich will mich gar nicht beschweren, hätte sich nichts geändert, wäre das mittelfristig ziemlich schlimm geworden. Und dass alles in einem Rutsch passiert begünstigt meine Trägheit. Wenn man schon einmal in Bewegung ist, dann kann man auch gleich die ganze Strecke gehen. Nur die Geschwindigkeit hat mich beunruhigt.

Alles lief so glatt, das kann nicht normal sein. Mein Vater erwähnte vor kurzem, dass er Angst hat aufzuwachen und alles wäre vorbei. Pustekuchen. Ich verstehe die Sorge, denn wenn einmal alles so glatt läuft, denke ich unweigerlich daran, dass auch eine Zeit kommen wird, in der alles schief läuft. Das heißt, irgendwo in meiner Nachbarschaft gibt es bestimmt einen Menschen, der gerade jetzt eine harte Zeit durchmachen muss. Aufgrund meiner beschränkten sozialen Fähigkeiten werde ich das aber wohl nie erkennen.

Was bleibt mir also nun außer ungläubig auf Arbeitsvertrag und Grundriss der neuen Wohnung zu blicken? Ich kann wohl nur die Augen offen halten, um zu sehen, wohin mich diese Achterbahn führt. Ruhigere Streckenabschnitte werden wieder kommen, ab Oktober, oder so. Zwischenzeitlich werde ich zu dem fliegenden Spaghettimonster beten, dass ich es dieses Mal nicht versaue. Und ja, ich weiß, dass ich das nur selber in der Hand habe. Meine Güte, mein Psychotherapeut  wird Augen machen, der kennt die ganze Geschichte noch nicht Smiley

 

Alles wird rasant