Besuch auf der MS Wissenschaft

Ende letzter Woche lag in Würzburg die MS Wissenschaft vor Anker und bot jedem interessierten Besucher die Möglichkeit, die aktuelle Forschung im Bereich der digitalen Welten zu bestaunen. Zumindest am Sonntag wurde diese Chance auch rege genutzt. Mit anderen Worten, es war voll.

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Die MS Wissenschaft ist ein umgebautes Frachtschiff, dass den kompletten Sommer durch Deutschland schippert. Dieses Jahr wird es noch bis Ende September unterwegs sein. Bezahlt wird die schwimmende Ausstellung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Eintritt ist kostenlos. Der Ausstellungsinhalt wird von diversen Forschungsgesellschaften gestellt, Max-Plank-Gesellschaft, Fraunhofer Institut, Helmholz und Leibniz Gemeinschaft um ein paar zu nennen.

Wie gesagt, das Angebot fand regen Zuspruch. Das Thema lautete „Digital unterwegs“. Um jedem Beißreflex der digital natives vorzubeugen, sei direkt gesagt, dass keine Schreckgespenster vorgeschoben wurden, sondern neben den allseits bekannten Risiken für unseren Datenschutz vor allem die Chancen der Vernetzung aufgezeigt wurden. Beginnend mit einem kurzen zeitlichen Überblick über die Entwicklung der digitalen Welt und einem nett präsentierten Glossar der wichtigsten Begriffe schlängelte ich mich gemeinsam mit Interessenten aller Altersklassen durch die nett präsentierte Ausstellungsfläche.

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Das Wort „Ausstellung“ trifft die Sache jedoch nicht zu 100%. Die passiven Ausstellungsstücke waren nämlich in der Minderheit, viel häufiger sollte selber probiert werden. Was für Vorteile hat zum Beispiel eine ärztliche Betreuung per SMS für unerfahrene Diabetes-Erkrankte? Und kann der Besucher anhand solcher Kurznachrichten den waren Zustand des Patienten herausfiltern? Wie könnte das Schwarze Brett einer Schule in ein paar Jahren aussehen? Aushänge zum Durchscrollen per Touchscreen? Abruf des Stundenplans jeder Klasse per Klick?

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Ein „intelligenter“ Tisch, Beispiele von beruflichen Einsatzbereichen für Datenbrillen, eine manipulierbare Computersimulation von der Evakuierung größerer Areale, der dargebotene Wissenschaftsbereich war riesig. Schade, dass manche spannenden Mitmachexponate von Jugendlichen dauerbesetzt waren, die an Wissensgewinn nur bedingt Interessiert waren, aber auch so gab es mehr als genug zu tun. Jedes Ausstellungsstück war mit einer kurzen Beschreibung versehen, die die wichtigsten Stichpunkte aufführte (die Mitmachstationen entsprechend mit kurzen Erläuterungen). Ersetzt kein Studium, hilft aber bei der Einordnung des gesehenen.

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Ich empfand meinen kurzen Rundgang als gut genutzte Zeit, ich habe einige Denkanstösse bekommen, und vor allem hat sich der bei mir eh schon gute Ruf von Wissenschaftlern nochmal gebessert. Menschen, die einfach mal aufprobieren dürfen, was geht. Gibt es was cooleres? Aber dazu in einem anderen Blogpost die Tage mal mehr.

Alles wird erforscht.

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Vergleich das!

„Ich gucke jetzt bestimmt nicht meine erste Folge Lindenstraße. Oder würdest Du heute noch einen neuen Char in Everquest erstellen?“

Menschen haben Probleme meine Vergleiche zu verstehen. Also nicht alle Menschen, nur die komische, „normale“ Sorte von Menschen. Zur Erklärung: Everquest ist ein Onlinerollenspiel, das bereits seit 15 Jahren läuft. Mittlerweile gibt es die 21. Erweiterung. Das Spielgebiet ist riesig, die Spieler seit Ewigkeiten dabei und den existenten Inhalt nachzuholen wäre ein Zeitgrab gigantischen Ausmaßes. Es gibt auch nicht wirklich einen Grund es unbedingt nachholen zu wollen. Ein bisschen wie Fritz Langs Metropolis: Ein episches Werk, dessen Bestandteile später nochmal allesamt recycelt und modernisiert auftauchten. Ein Grund es sich anzusehen ist fast ausschließlich in einem historischen Interesse zu finden.

Wenn nach dem eingangs erwähnten Vergleich nur irritiert Blicke folgen, dann stehe ich wieder als der seltsame Spinner da. Ein kurzer Smalltalk über das aktuelle Wetter wurde von meinem Gegenüber vor kurzem mit einem „Winter is coming“ kommentiert. Nach meinem irritierten Blick stand ich wieder als der seltsame Spinner da. Nie Game of Thrones gesehen (auch nicht gelesen, das hat aber auch kaum jemand von dieser Kulturelite, die mich vor allem online mit Zitaten aus dem Werk nerven), wie kann ich nur. Interessiert mich nicht. Herr der Ringe Anspielungen verstehe ich auch nur, weil ich in die ersten beiden Filme gezwungen wurde, und mir dann freiwillig auch noch den dritten angesehen habe. Seit dem Kinobesuch von Teil drei habe ich nie wieder einen gesehen, trotz DVDs im Regal. Die Herr der Ringe Special Extended Editions in meinem DVD Regal sind quasi das Äquivalent zu Eine kurze Geschichte der Zeit in Euren Bücherregalen.

Gehört zur Grundausstattung, das kennt jeder, interessiert mich nicht. Das sind drei Phrasen, die bei mir zusammen gehören, zumindest im Bereich der Filme und Bücher. Spiele sind anders. Ein Kulturbereich, in dem ich gerne noch die Meilensteine nachhole, sofern ich sie nicht eh einstmals live erlebte. Ich gebe zu, dass ikonische und interessante Charaktere in Spielen leider selten vorkommen. Charaktere, deren namentliche Erwähnung bereits für wohlige Erinnerungen sorgen. Zitierbare Taglines, die zum schmunzeln anregen, sind zwar häufiger, aber immer noch nicht mit der Menge anderer Kulturbereiche vergleichbar. Aber es gibt sie.

Als ich gestern geschäftlich ein Word Dokument erhielt, dessen Autor laut Dateiinformation ein Banditenführer aus Risen war, musste ich lachen. Geht doch. Zufrieden bin ich aber erst, wenn ich nach einer Runde Jogging vom Laufband mit einem Lo- lo- lo- look at you, hacker angemacht werde.

Alles wird bla bla bla, Mister Freeman