Von Wölfen und Deppen

Zur Zeit kommen ja alle Deppen aus ihren Löchern um irgendeinen Mist über Muslime, Satire und eine bessere Welt zu faseln, da möchte ich natürlich nicht fehlen.

Gestern wurde ein Dutzend Menschen in Paris umgebracht, weil sie mehr oder weniger lustige Satire veröffentlicht haben. Bislang habe ich noch keine Stimme vernommen, die das gut heißt. Da endet es aber fast schon mit den positiven Meldungen.

Wie ich die Sache sehe, haben ein paar Arschlöcher Menschen gewaltsam getötet. Punkt. Welche Religion wer davon hat, welche Figuren von wem beleidigt wurden, das ist mir konsequent egal. Auch dass gerade die Boko Haram in Nigeria eine Stadt mit 2000 Einwohnern niedergebrannt hat, finde ich furchtbar. Arschlöcher töten Menschen, mehr muss ich nicht wissen.

Aber nun wird mal wieder alles instrumentalisiert. Ich höre wieder geistigen Müll der Pegida-Organisatoren und erfahre nun, dass es da eine Schnittmenge mit dem geistigen Müll der AfD gibt. Ich lese wieder von Umfragen wie „Ist der Islam eine Gefahr für Deutschland“. Leider hat sich sogar die von mir respektierte Giordano-Bruno-Stiftung dazu hinreißen lassen ihre alte (und berechtigte) Forderung zur Abschaffung des §166 StGB (Gotteslästerungsparagraph) wieder hervor zu kramen.

Muss das sein? Müssen wir jetzt wieder über den Sinn und Unsinn von Religion im Allgemeinen und die Gefahren des Islam im Speziellen diskutieren? Ich verstehe nicht, was die Religionen in den letzten 200 Jahren noch an positivem Einfluss hatten. Aber ich sehe mich in der Frage auch nicht als letzte Instanz der Weisheit. Ich weiß nur, dass Pauschalisierungen immer doof sind. Angeblich sind auch nicht alle Katholiken pädophil, habe ich gehört.

Was bleibt nun also? Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Das wird sich wohl erst ändern, wenn wir einen neuen Feind gefunden haben. Und selbst dann wird die Dummheit die letzte Konstante der Menschen sein. Vielleicht äußert sie sich dann nur anders.

Alles wird… ach, ich habe keine Lust mehr…

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