Savegames Save

Ich habe mich mal wieder an das Thema Backups gewagt. Es ist eine ewige Geschichte und ich glaube auch nicht nun der Weisheit letzten Schluss gefunden zu haben. Eine externe 1 TB große USB 3 Festplatte und die Windows 8 Backup Funktion müssen erstmal reichen.

Bei der Informationssammlung über aktuelle Backupmethoden bin ich aber noch über einen anderen interessanten Punkt gestolpert. Wie sieht es denn mit der Sicherheit meiner Savegames aus? Schließlich sind die nicht lebensnotwendig, aber es stecken zumindest jede Menge Stunden „Arbeit“ drin.

Ich kann nun sagen: Meine Savegames sind save! Ab sofort liegen alle meine Spielstände, auch die reichlich alten (ich meine Dich, Aquanox), in der Cloud. Das kleine Progrämmchen GameSave Manager erkennt die auf der Festplatte gelagerten Spielstände, kopiert sie an einen definierbaren Ort (z.B. eine Dropbox), und hinterlässt an der alten Stelle nur noch einen Hardlink (kleine Anleitung hier). Voila, schon sind alle Savegames gebündelt und tagesaktuell in Sicherheit. Positiver Nebeneffekt: Wenn man das Ganze auf mehr als einem PC durchführt, hat man eine wunderbare Synchronisierungsfunktion für Titel, die das nicht selber (oder per Steamcloud etc.) anbieten.

Ihr fragt nach einem Haken? Es gibt eigentlich keinen. Eigentlich. Denn dummerweise sammeln sich in (grob geschätzt) 15 Jahren PC-Spieler Historie ganz schön viele Savegames an, und die werden auch noch immer größer. In meinem Fall sind es mal eben ca. 3 GB. Da reicht die kostenlose Dropbox schon nicht mehr so ohne weiteres. Musste halt der Skydrive (ach ne, das heißt ja nun Onedrive) her halten. Ach ja, und per se verschlüsselt werden die Daten auch nicht. Finde ich in dem Fall eher vernachlässigbar. Sollen doch ruhig alle wissen, was ich für ein grandioser Freespace 2 Pilot bin/war 🙂

 

Alles wird gesichert.

Ich gebe Linux noch ne Chance. Teil 26

Wieder einmal hat es mich in die Welt der Linux Distributionen* geführt. Wieder einmal bin ich nicht zufrieden. Wieder einmal liegt es nicht an Linux selbst.

Während ein Windows für gut 95% aller Privat-PCs funktionieren muss und entsprechend allgemein gehalten ist, gibt es Linux Distributionen für alle Geschmäcker. Es gibt unterschiedliche Bedienkonzepte, aus denen man sich einfach das raussuchen kann, was einem am besten gefällt. Lieber eine Multimediastation mit möglichst vielen Media Playern? Kein Problem. Einen Server aufziehen? Kein Problem. Ein Rettungssystem direkt von der CD? Kein Problem. Mal eben ne neue Soundkarte installieren. Hmm, naja, ähhh, wird schwierig.

Meine alte Soundkarte war vor allem das, alt. Sie hat mir viele Jahre gute Dienste erwiesen, spätestens mit dem nächsten Hardwareupgrade meines PC wäre sie aber sowieso raus geflogen. Ich denke nicht, dass mein nächstes Mainboard noch einen passenden PCI Steckplatz (ja, soooo alt) bieten wird. Jedenfalls kam nun eine neue Creative Recon 3D zu mir ins Haus. Die Karte ist günstig in der Anschaffung, hat gute Soundeigenschaften beim Spielen am PC und (Creative untypisch) brauchbare Treiber. Hinzu kommen noch ein paar Features, die sich erst unter Windows 8 zeigen werden. Hier soll es aber nicht um die Karte oder Microsofts seltsame Sound-API Politik gehen, sondern um meine jüngste Linuxerfahrung.

Und die ist halt nicht besonders positiv. Die Linuxunterstützung seitens Creative ist nämlich quasi nicht existent. Kein Treiber, keine Infos an Entwickler, kein gar nichts. Bei der gerade ausgemusterten Soundkarte dauerte es Jahre bis es Linuxprogrammierer ohne Hilfe des Herstellers geschafft haben aus der Karte ein paar Töne herauszuquetschen. Diesmal ging es schneller. Bereits ein halbes Jahr nach Veröffentlichung sind (nicht perfekte) Treiber in den aktuellen 3.5er Kernel eingezogen. Also alles super? Nein, das Problem besteht nun darin diesen Kernel mit meiner bevorzugten Distribution zu verheiraten.

Linux Mint 13 in der KDE Edition basiert auf einem Ubuntu, dass bereits im April erschien. In der Linuxwelt haben sich neue Hauptversionen im 6 bis 12 Monatsrhythmus eingebürgert, somit steht die April Version kurz vor der Ablöse. Nach dem Erscheinen des neuen Ubuntus braucht Linux Mint vermutlich wieder grobe 2 bis 3 Monate, bis auch sie eine neue KDE Edition anbieten (andere Editionen kommen erheblich früher). Das dauert mir alles etwas zu lange. Also heißt es selber Hand anlegen. Zum Glück sind Ubuntu und Linux Mint mit die beliebtesten Linux Distributionen, somit sind Anleitungen für Deppen auch bei heiklen Änderungen am System gut dokumentiert im Netz zu finden.

Also habe ich meinen Grafikkartentreiber deinstalliert (der muss immer auf die aktuelle Kernel Version zugeschnitten sein, sonst macht er ärger und zerhaut mir alles), nach Anleitung den Kernel von der mitgebrachten Version 3.2 auf die aktuelle 3.5.4 aktualisiert, nach Anleitung nen passenden neuen Grafikkartentreiber installiert, bei der Gelegenheit noch KDE, nach Anleitung, auf Version 4.9.1 gebracht und buff: Nichts. Kein Ton aus den Boxen, nix. Die ganze Geschichte hat mich ein paar Stunden Arbeit gekostet, was an und für sich kein Problem ist, wenn am Ende wenigstens ein positives Ergebnis gestanden hätte. Meine einzige Errungenschaft war es nun, dass das System der Karte, auf der es keine Musik spielt, den richtigen Namen zuordnet. Dafür habe ich ein instabiles System riskiert. Tolle Wurst.

Und auf Linux kann ich deswegen nicht sauer sein. Das System hat an sich nichts falsch gemacht, würde Creative selber Treiber liefern wäre sowieso alles überhaupt kein Problem, aber als Nutzer nervt mich einfach, dass es nicht funktioniert. Natürlich hat das alles was mit einem Kosten/Nutzen Verhältnis zu tun. Die Marktdurchdringung von Linux im Desktopbereich liegt irgendwo um die 2%, die Treiberentwicklung ist aber sicher nicht sehr viel günstiger als bei Windows Versionen. Doch was bringt mir das Wissen über die Gründe? Ich kann entweder weiter an meinem Linux Mint rumdoktern bis es funktioniert (bzw. gar nichts mehr funktioniert), oder ich kann auf eine andere Distribution umsteigen, die den neuen Kernel direkt ins System integriert, ohne dass ich etwas tun muss (Fedora zum Beispiel). Ich möchte nicht wieder umsteigen, Fedora hat nämlich wieder andere Probleme, die ich nicht mehr tolerieren mag. Weiter rumdoktern möchte ich eigentlich auch nicht mehr, ich weiß zwar, dass in der Linuxwelt jedes Problem gelöst werden kann, mein Kenntnisstand und mein prognostizierter Zeiteinsatz dafür aber einfach nicht reichen.

Am 26. Oktober erscheint Windows 8 offiziell für Endkunden. An dem Tag werde ich alle Betriebssysteme meines PC neu aufsetzen und die Festplattenbelegung wild durchwechseln. Bis dahin kann ich ja noch ein paar weitere Distributionen durchprobieren, oder natürlich die alte kaputtkonfigurieren. Glücklich bin ich mit dem Umstand aber nicht. Hach, Linux, es könnte so schön mit uns sein.

 

*) Extrem vereinfacht ausgedrückt:  Der Name „Linux“ beschreibt eigentlich nur den immer gleichen, kostenlosen, Unterbau (Kernel). Firmen nehmen diesen Kernel, packen unterschiedliche Softwarepakete oben drauf und veröffentlichen das Ganze auf CD/DVD (nicht immer kostenlos), die sogenannten Distributionen.

Theoretisch kann ich alles

Ich habe die letzten 15 Tage die kostenlosen Kindle E-Books von Amazon abgeräumt. 15 TaschenGuides aus dem Haufe Lexware Verlag. Nun kann ich nahezu alles. Ich kann perfekt “Meetings planen”, in denen ich in wunderbarem “Englisch im Job” ganz “Stressfrei arbeiten”d mit lockeren “Reden und Ansprachen” “Menschen einschätzen und überzeugen” vermag, während ich selbst “Manipulationen abwehren” kann und obendrein noch “Sympathien gewinnen” könnte. Ich bin so ein dufter Typ.

Wie so oft, mir fehlt der Glaube. Reicht es ein 250 Seiten Buch zu lesen um eine Koryphäe in den Softskills zu werden? Gehe ich schon wieder zu skeptisch an die Sache heran, und sabotiere ich mich selbst? Ich habe noch keinem dieser Bücher eine Chance gegeben, bislang sind sie nur auf meinem Lesegerät gelandet und stauben da so lange digital vor sich hin, bis ich endlich meine beiden begonnenen Romane abgeschlossen habe (und das dauert bei meiner Romanlesegeschwindigkeit eine Weile). Aber auch wenn sie nur die Aufmerksamkeit für das eigene Auftreten, oder die noch zu füllenden Kompetenzlücken stärken, haben sie dann nicht mehr geleistet als die meiste Unterhaltungselektronik, der ich so gerne fröne?

Ist es nicht besser sich nur ein bisschen weiter zu entwickeln, als sich durch Spiele- und Fernsehkonsum aus der Wirklichkeit herauszuziehen? Die Frage trage ich schon länger mit mir herum, habe sie hier auf dem Block auch schon mal thematisiert, aber man merkt wohl, dass ich noch nicht wirklich weiter gekommen bin. Die Quintessenz scheint zu sein, dass wahre Arbeit an sich selbst vor allem genau das ist: Arbeit. Und Zeitintensiv. 250 Seiten zu lesen erscheint mir da etwas zu simpel.

Alles wird fordernd

Hörlektionen

Meine Freundin trat mit einer Idee an mich heran. Sie meinte, sie wolle nicht mehr alleine unter meinen Versuchen leiden, ihr meine schillernde Videospielwelt näher zu bringen. Sie möchte viel lieber die ganze Menschheit damit vergiften, weil sie denkt, dass das eine tolle Podcastidee wäre. Tja, ist es das?

Brauchen wir noch einen weiteren Gamingpodcast? Nach meinem Gefühl gibt es da für jede Geschmacksrichtung schon drei. Aber wie wäre es mit einem in Lektionen aufgebauten Hörkurs? Ein Opfer wird von meinem nie versiegenden unnützen Wissen zugeschwallt, so 10 oder 20 Folgen lang, jeweils aufeinander aufbauend, aber doch alleinstehend genug. Vielleicht wäre es auch besser nicht nur mich reden zu hören? Zwei Kerle zum Quatschen und zwei Damen zum stummen Nicken (sehr wichtig bei Hörproduktionen aller Art) würden sicherlich reichen. Ich nehme natürlich auch redende Frauen, dummerweise sind die in dem Themenbereich leider noch eher selten zu finden, und in meinem Freundeskreis gibt es da eine noch kleinere Schnittmenge.

Das Ganze könnte dann so etwas wie eine Diskussionsgrundlage für andere geplagte Nerds sein, die sich kastenfremd verliebt haben. Bücher-, Strick- oder Discogängerkaste sind da zumindest von mir ziemlich gefürchtet, aus Gründen. Gibt es da überhaupt Interesse dran? Da so ein Podcast ja nun weder ein großes finanzielles Risiko bedeutet, noch besonders viel Geld und Ruhm einbringt, ist es eigentlich egal, ob den nur zwei Personen, oder die gesamtdeutsche Spielerschaft hören. Es geht erst mal darum, ob jemand Lust hätte so ein Ding mit mir zu produzieren?!

Themenspektren für ein grobes dutzend Folgen (natürlich zuzüglich einer Episode 0) aufstellen, alles oberflächlich genug um die avisierte Hörerschaft nicht zu vergraulen, aber doch wieder genau genug um profundes Wissen zu vermitteln. Halt die gesunde Mitte. Das Ganze ließe sich ohne eine problematische Tagesaktualität gut vorproduzieren und wäre in einem überschaubaren Zeitrahmen abgehandelt (sofern keine zweite Staffel folgen sollte).

Ich werde mal weiter darüber nachdenken, und Ihr da draußen solltet das auch tun. Wer will mitmachen? Und wer will Alex und Ralf nach ihrem Würzmischung 24 Stunden Podcast die Ausrüstung klauen?

Alles wird audiomedial

Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me.

Da bloggen ja auch immer so ein wenig Selbsttherapie ist, muss ich mir gerade etwas Frust von der Seele schreiben.

Microsoft hatte ne tolle Woche. Sie scheinen mit Windows 8 wieder cool zu werden. Im Tablet und Convertible Segment war das ja auch keine so große Frage. Mit den beiden Surface Tablets haben sie am Montag sogar richtig nette Geräte aus Eigenherstellung präsentiert. Die Mindestpreise von 600$ für das RT Tablet und 800$ für das Ivy-Bridge Tablet sind auch gar nicht so aus der Luft gegriffen. Schöne Geräte aus interessanten Materialien (Magnesium für’s Gehäuse) und ein paar netten Details (Tastatur in der Schutzklappe, “Standfuß” an der Rückseite für den beidhändigen Onanierer) mit einem relativ realistischen Preis und einer guten Software, auch wenn Windows RT laut aktueller c’t wohl noch nicht ganz so rund laufen soll.

Nun war gestern das Windows Phone Summit. Von langer Hand angekündigt war wohl jedem klar, was kommen wird: Die Ankündigung von Windows Phone 8. Ja, so war das dann auch, und das System ist gut geworden. Die wohl wichtigste Änderung: Es basiert nun auf dem NT Kernel von Windows 8. Man könnte somit gut von einer kompletten Neuentwicklung des Smartphone Betriebssystems sprechen. Und da beginnen die Probleme.

Bei diesem Neustart scheint man sich einen Dreck um die Bestandskunden zu kümmern. Wiedermal. Microsoft hat mit dem Sprung von Windows Mobile 6.5 auf Windows Phone 7, bei dem es keine Updates von Geräten wie dem HD2 (was technisch durchaus möglich war, wie die XDA Developers bewiesen) gab, viele Kunden vergrault. Windows Mobile 6 hatte zum Schluss trotz all seiner zahlreichen Schwächen einen erheblich größeren Marktanteil als es WP7 heute hat. Die Kunden mussten sowieso einen Hard- und Softwarewechsel machen, warum dann nicht auch zur Konkurrenz? Und genau diesen Fehler macht Microsoft exakt zwei Jahre später wieder.

Ich halte Windows Phone 7 immer noch für ein gutes System. Ich nutze es sehr gerne und mein Lumia 800 ist wohl das angenehmste Smartphone, das ich je hatte. Es wird auch noch mindestens ein Update der 7er Schiene geben, das einige der oberflächlichen Neuerungen von Windows Phone 8 mitbringt. Den neuen Startscreen zum Beispiel. Allein die Präsentation dieses Zugeständnisses lässt aber nicht unbedingt Gutes für weitere Features hoffen. Doppelt ärgerlich, da das WP7 Flaggschiff Lumia 900 vor gerade mal einer Woche in Deutschland auf den Markt kam und es seit gestern Abend quasi zum alten Eisen gehört.

Aber worüber ärgere ich mich hier eigentlich? Ich habe ein Betriebssystem, mit dem ich gerne umgehe, mit dem ich zufrieden bin. Ich habe mich bisher über nichts beklagt und bekomme nun sogar noch eine überarbeitete UI, von der ich noch gar nicht wusste, dass ich sie wollte. Zudem brauche ich viele Windows Phone 8 Features ala SD Karten Support (ja, das gibt es jetzt, die Programmierer müssen 24/7 durchgearbeitet haben), Multicore Support, NFC, Business Hub und Skypeintegration nicht. Alles Zeug, was mir bislang nicht fehlt und in den nächsten 2 Jahren wohl auch nicht fehlen wird. Der einzige Punkt, der mich richtig enttäuscht ist die Inkompatibilität der WP8 Apps zu WP7 Geräten.

Die bisher für WP7 programmierten Apps werden auch auf den neuen Geräten laufen, umgekehrt hat man aber keine Chance. Warum sollte dann ein Programmierer seine Zielgruppe beschneiden und nur für WP8 programmieren? Weil es einfacher ist. Microsoft hat viel für Entwickler getan, vor allem können die aber den größten Teil ihres Codes einfach von einer Windows 8/RT App zu einer Windows Phone 8 App mitnehmen. Warum sollte dann für WP7 nochmal komplett neu programmiert  werden? Genau, es gibt keinen vernünftigen Grund.

Microsoft hat  zu Beginn seiner WP7 Zeit über Google hergezogen, dass die die Fragmentierung in der Androidwelt nicht verhindern würden. Nun machen sie es nicht besser, eher sogar schlimmer, durch die ganz klare technische Trennung in zwei unterschiedliche Bereiche. Ich begrüße den Schritt weg vom uralten Windows CE Kern hin zum aktuellen und ausgereiften Windows NT Kernel, das Zurücklassen der bisherigen Kunden ist aber eine furchtbare Entscheidung. Apple gab seinem Iphone 4 auch keine Siri, und das Ipad 1 bekommt kein IOS6, aber sie haben nicht dafür gesorgt, dass die alten Geräte austrocknen wie ein Gamecube im Dezember 2006.

Also, zweimal habe ich mir kurz vor einem radikalen Systemwechsel ein Smartphone mit Windows gekauft, zweimal bekam ich nach wenigen Monaten von Microsoft die Nachricht, ‘danke für Dein Geld, wir brauchen Dich nicht mehr’. Mein Verständnis ist mittlerweile relativ begrenzt. In der Googlewelt sieht es zwar nicht so viel besser aus, aber die haben damit auch keine Werbung gemacht. Ich sage nicht “nie”, aber im Moment sehe ich mich in naher Zukunft nicht mit einem WP8 Gerät rumrennen, in dem Segment hat Microsoft sehr viel Vertrauensvorschuss wieder rein zu holen. Zum Glück geht es letztlich nur um ein dämliches und unwichtiges Handy.

Alles wird wütender

Und nun zur Werbung: Opera 12

Der Browserkrieg tobt immer noch, und Googles Einstieg vor einigen Jahren hat ordentlich frischen Wind reingebracht. Chrome überholt mit seinem Marktanteil alle alteingesessenen, Microsoft schafft es nicht seinen Abwärtstrend zu stoppen und Mozilla scheint alles daran zu setzen seine persönliche Note zu verlieren.

Nun gehört es zu den Grundproblemen eines Krieges, dass man irgendwann Partei ergreifen muss. Das perfekte Produkt gibt es eh nicht, und so wird die Wahl von persönlichen Vorlieben und ganz subjektiven Geschmäckern bestimmt. Hier nun mein Bekenntnis zu meinem Favoriten: Opera

Unter der Überschrift Instant Makeover veröffentlichte die norwegische Browserschmiede Opera gerade Version 12 ihres gleichnamigen Webbrowsers. Auch wenn sich der Überblick über die Neuigkeiten von Opera 12 nicht wirklich spektakulär ließt, so hat sich doch am look and feel einiges getan. Schneller, flüssiger, runder, schicker ist er geworden, bessere Unterstützung von HTML5, CSS3 und Do-Not-Track hat es gegeben, eine nette Themes Auswahl gibt es nun als augenscheinlichste Veränderung, und endlich auch eine Hardwarebeschleunigung.

Letztere muss zwar noch nach der Installation manuell aktiviert werden, macht davon abgesehen aber einen guten Eindruck. Die Hardwarebeschleunigung ist auch deswegen ein besonderes Thema, weil Opera der letzte der fünf großen Browserhersteller ist, der diese Funktion in sein Produkt implementierte. Erwähnenswert ist dies, da gerade Opera viele Innovationen, die heute das Surfen komfortabel machen, erfand (5 features Opera Browser did first Artikel bei Slashgeek).

Leider hat Opera trotz aller Bemühungen einen desolaten Marktanteil von knapp über zwei Prozent, was dazu führt, dass etliche große Internetfirmen nicht für Opera optimieren, oder ganz extrem, den Browser sogar aktiv behindern, wie es Google vor nicht langer Zeit tat. Die Bemühungen offene Webstandards so gut wie möglich zu unterstützen, gehören für mich aber gewürdigt und gefördert. Die größte Gefahr für dieses Vorhaben stammt aus einem Gerücht: Angeblich soll Facebook an einer Übernahme Operas interessiert sein. Ich hoffe das Beste.

Opera 12–Make it yours

Ich begann meine Browserkarriere mit dem Internet Explorer 3 und zeitweiligen kurzen Tests des Netscape Navigators. Damals war mir relativ egal, was mir da gerade die große weite Welt anzeigte. Dies änderte sich erst, als ich vom Internet Explorer 5 zur Mozilla Suite wechselte. Ein schneller, funktionaler Browser mit einer integrierten Mailanwendung. Bei der Mozilla Suite blieb ich bis ich zum Firebird wechselte, der meine damalige “ein Problem, ein Programm” Philosophie besser unterstützte. Mit kurzen Tests des Mozilla Nachfolgers Seamonkey blieb ich dem mittlerweile in Firefox umbenannten Browser bis zu seiner Version 3.x treu, als er mir zu ungelenk und langsam wurde. Opera wurde daraufhin getestet und für gut befunden. Heute habe ich Opera 12 als Standardbrowser, den Internet Explorer 9 als Zweitbrowser und Firefox 13 als nette Erinnerung auf der Festplatte. Dazu kommt noch eine portable Version von Googles Chrome auf dem USB Stick, was auch immer das mittlerweile für eine Version ist. Ich tippe mal auf 19.

Edit: In der ersten Version dieses Artikels hatte ich die Firma Opera Software versehentlich nach Finnland verortet, obwohl sie Mitte der 90er Jahre in Norwegen gegründet wurde und bis heute den Firmensitz in Oslo hat. Entschuldigung, wurde geändert.

Windows 8 Release Preview

Seit etwas über einer Woche ist nun die letzte Vorabversion von Microsofts kommenden Betriebssystem Windows 8 verfügbar. Die sogenannte Release Preview hat nun einen fast fertigen Stand, steht kostenlos auf Microsofts Servern zur Verfügung, kann von jedem heruntergeladen und ausprobiert werden, ist aber immer noch nicht fertig und kann auch schwerwiegende Fehler enthalten. Soviel zu den langweiligen Dingen, die gesagt werden mussten.

Nun zu den erstaunlichen Dingen: Microsoft traut sich was. Während die alten Rebellen von Apple seit einiger Zeit nur noch Updates zur Pflege des Systems herausbringen und die Änderung der Standardscrollrichtung des Mausrades das (an der Anzahl der Userkommentare gemessene) größte Feature in vielen Jahren war, traut sich Microsoft Dinge über den Haufen zu werfen, die man über mittlerweile 17 Jahre eingeimpft bekam.

Start

Das Startmenü, dass sich seit Windows 95 unten links hinter einem Startknopf, einem Ball oder sonst was mit einem Windowslogo verbarg ist nun weg. Neu ist dafür der oben zu sehende Startbildschirm mit den von Windows Phone 7 bekannten Livetiles. Hinter jeder dieser Kacheln befindet sich ein Programm, das durch anklicken gestartet wird. Der Vorteil gegenüber einem simplen Desktopicon liegt darin, dass die Programme Infos direkt auf der Kachel darstellen können. Da zeigt die Mail Kachel schon den Absender und den Betreff der zuletzt empfangenen eMail, der Kalender zeigt den nächsten Termin, die Nachrichtenkachel präsentiert die neueste Headline und und und. Dafür müssen die Kacheln aber leider eine gewisse Mindestgröße aufweisen, und die führt uns zum Nachteil dieser (Metro getauften) Oberfläche: Sie nimmt Platz weg. Mit einer Maus lässt sich ein nur wenige Pixel großer Bereich schnell und zuverlässig treffen, das hier grenzt an den berühmten Schuss auf’s offene Scheunentor. Wenn die Anzahl der Kacheln zu groß für einen Bildschirm wird geht es nicht wie gewohnt unten weiter, sondern rechts. Horizontales scrollen ist generell unbeliebt, um an die gewünschten Programme zu kommen erst recht.

Zudem bekommt nicht jedes Programm die Möglichkeit die Vorteile zu nutzen. Nur die neu programmierten Metroapps bekommen Zugang zu den erweiterten Möglichkeiten. Ja, genau, Apps. Stilecht mit eigenem von Microsoft geführten Store, ganz nach Appstore Vorbild von Apple.

Store

Bislang sind alle Apps in diesem Store kostenlos, ein Umstand, der sich mit Launch des finalen Systems ändern wird. Natürlich laufen auf Windows 8 nicht nur die neuen Apps, sondern auch nahezu alle anderen, mit Windows 7 kompatiblen Programme. Diese landen zwar auch mit einer Kachel auf dem Startbildschirm, mehr als ihr Icon und ihren Namen dürfen sie dort jedoch nicht anzeigen. Da sich Programme auf dem Startbildschirm beliebig bewegen und sogar entfernen lassen gibt es auch noch eine Appübersicht, die die Menüstruktur des alten Startmenüs zumindest wieder erahnen lässt.

Apps

Sobald ein normales Windowsprogramm gestartet wird, verschwindet der Startbildschirm und es erscheint der altbekannte Desktop, dessen Design jedoch noch nicht final ist. Leichte Anpassungen werden da noch folgen (wie zum Beispiel der Verzicht auf die Transparenzeffekte).

Desktop

Irgendwie ist also doch alles da, was man kannte, aber doch wieder ganz anders. Es wird viel Einarbeitung in Windows 8 erforderlich sein, vor allem da ich noch lange nicht auf alle Änderungen an der Oberfläche eingegangen bin. Wofür das Ganze? Riesige Klickbereiche und bildschirmfüllende Ansichten wann immer möglich, die meisten werden es wohl erkannt haben, Microsoft will auf den Markt der Touchdevices. Gerade Tablets sind das Ziel, aber auch Touchscreens an einen normalen PC zu bekommen. Nun sind das aber nicht nur vom Handling, sondern vor allem von der Technik zwei Welten. Die x86 kompatiblen Intel und AMD CPUs auf der einen Seite, und die ARM Plattform auf der anderen. Da die ARM Prozessoren zwar extrem energieeffizient sind, aber dafür bei der Performance nicht gegen die alteingesessene x86 Technik ankommen, musste Microsoft hier doch etwas trennen. Es wird Tablets mit Intel und AMD Prozessoren geben, auf denen Windows 8 läuft, auf der bisher bekannten Tablettechnik wird hingegen nur eine eingeschränkte Fassung namens Windows RT laufen. Windows RT bringt keinen Desktop mit und wird einzig und alleine Metroapps unterstützen. Wie die potentielle Käuferschaft auf die Fragmentierung des Windowstabletmarktes reagieren wird ist schwer zu sagen, aber der ein oder andere wird sich wohl wundern, dass auf seinem Schnäppchen leider nicht das gewünschte Steuersparprogramm ausgeführt werden kann, sondern er alles neu kaufen soll.

Damit wären wir bei den Änderungen unter der Oberfläche. Während bei Windows RT vieles neu ist, wird Windows 8 auf den bewährten NT Kernel zurückgreifen, natürlich eine aktualisierte Version. Windows 8 ist schnell. Auch ohne den Einsatz einer SSD ist der Bootvorgang durch etliche Tricks deutlich beschleunigt worden. Der Wechsel zwischen Desktop und Startbildschirm verläuft sehr schnell und absolut flüssig. Der Kopiervorgang von Dateien hat nun neue Anzeigen bekommen und vor allem lange erwartete Pausebuttons zum Unterbrechen von Dateioperationen. Der neue Taskmanager zeigt sinnvoll weitere Informationen zu den laufenden Programmen und generellen Systemwerten an.

Taskmanager

Verschiedene Benchmarks lassen auch schon vermuten, dass Windows 8 mit finalen Treibern ein gutes System für Spiele bildet. Das liegt sicher nicht am mitgelieferten Direct X 11.1, da die Release Preview noch mit Direct X 11 arbeitet. Der überarbeitete Scheduler soll noch besser mit vielen Kernen zurecht kommen, wovon vor allem die neuesten AMD Prozessoren profitieren sollten. Unterm Strich hat sich am Unterbau nichts gigantisches getan, aber viele kleine positive Änderungen haben Einzug gehalten.

Ich werde recht bald nach dem Erscheinen auf Windows 8 umsteigen. Mein aktuelles Windows 7 wird dann auf einen zweiten PC oder in eine VM ausgelagert, wo es dann mein altes Windows Vista ersetzen wird. Dabei ist diese Anschaffungsabsicht gar nicht wertend zu verstehen. Ich kaufe das System nicht, weil ich es so unsagbar genial finde, sondern einfach, weil ich zuhause an meinem PC gerne herumspiele und auch gerne neue Konzepte austeste. Die Vorversionen haben mir bisher nur zu verstehen gegeben, dass das System kein Totalausfall ist. Ich glaube, dass sich mit Windows 8 genauso schnell arbeiten lässt, wie mit dem Vorgänger, ich glaube aber nicht, dass ein Umstieg wirklich von Nöten sein wird, dafür ich Windows 7 zu ausgereift und zu stabil. Für mich als Bastler aber nach zwei Jahren im Einsatz auch zu langweilig.

tl;dr

Es gibt sehr viel Neues im Bedienkonzept von Windows 8, so neu, dass es viele Menschen zuerst einmal abschrecken wird. Unter der Haube hat sich nicht so viel getan, die Änderungen, die eingeflossen sind machen die Arbeit mit dem System jedoch angenehmer. Letztlich ist der Erfolg aber mindestens so fraglich, wie beim ungerechtfertigt verschrienen Windows Vista.

Alles wird tl;dr