Es kommt genau auf uns zu!

Ich entwickele mich zum 3D Fan, und die Schuld daran trägt wohl Nintendo.
Als es im Kino mal wieder mit der Zeit der 3D Filme los ging war ich doch eher skeptisch. Zu gut waren mir noch die Versuche mit Rot / Grün Brille in Erinnerung, die hauptsächlich auf Effekthascherei aus waren. Irgendetwas musste auf den Zuschauer zuspringen oder nach ihm schnappen, sonst wäre die ganze Technik ja völlig umsonst gewesen. Ich fand es furchtbar.

Diesmal landeten zuerst die Animationsfilme von Pixar und Co im Kino, schließlich war es günstiger, schneller und einfacher nur eine Software für die 3D Produktion anzupassen als gleich neue Kameras / Schnitttechnik / etc. anzuschaffen. Und ich war sehr erfreut, als sich diese Filme kaum von dem unterschieden, was ich bislang gewohnt war. Ja, auch da flog mal was auf den Betrachter zu, aber in Maßen tat es das auch in 2D Filmen.

Vor etwas über einem Jahr landete dann der Nintendo 3DS in meinen Händen, und ich war sofort hin und weg. Ohne störende Brille auf der Nase hatte ich ein hervorragendes dreidimensionales Erlebnis. Auf einmal haben sich nicht mehr nur animierte Figuren auf die Nase gehauen, sondern Figuren, wie aus der Modelleisenbahn meines Vaters geklaut, taten dies. Ein bewegtes Diorama. Mit Special Effects. Geil.

Bis heute besitze ich noch kein Spiel für das Gerät, dass wirklich den 3D Effekt als Spielelement nutzen würde, aber alleine der optische Eindruck, es mit anfassbaren Objekten zu tun zu haben macht mich zu einem begeisterten Fan der Technik.

Mittlerweile würde ich sogar Familienfilme oder Schnulzen lieber in 3D sehen, nur weil mir das Erlebnis mehr gibt. Daheim möchte ich aber bitte keinen 3D Fernseher haben. Daheim setze ich mich selten hin um wirklich einen Film zu sehen, zumeist läuft der Fernseher einfach nebenbei, und dann trage ich bestimmt keine Shutterbrille.

Wobei ein Film, der die räumliche Technik wirklich braucht um einen Eindruck zu hinterlassen, zumeist kein guter Film ist.

Rächer

Ich komme mir mal wieder verarscht vor. Diesmal vermutlich unberechtigt, aber ich befürchte, das ist mittlerweile die Ausnahme.

Ich war Anfang der Woche in The Avengers*. Den Streifen gibt es anscheinend nur in 3D, und so saß auch ich mit Brille im Kino und freute mich darauf ein wenig Action entgegen geworfen zu bekommen. Bereits während des ersten Trailers begann mein Hirn zu schmerzen und irgendwie bemerkte ich, da stimmt was nicht. Nun habe ich ja genug Physikvorlesungen besucht um zu bemerken, das richtige Bild erreichte das falsche Auge. Die Polarisationsfilter auf meiner Brille gehörten vertauscht. Nun wollte ich aber nicht anfangen an dieser fragilen Plastikkonstruktion im dunkeln Raum herum zu doktern, und entschied mich geistesgegenwärtig dafür die Brille einfach umzudrehen. Es war unbequem und störte die Immersion vehement, aber das Bild war gut und die Kopfschmerzen hörten auf.

Was soll der Quatsch? Warum kommt man auf die Idee mal eben die Polarisation der Bilder zu tauschen? Ich denke nicht, dass es nur gemacht wurde um neue Brillen zu verkaufen, aber es war schon mein erster Gedanke. Vermutlich haben sie einfach die Technik erneuert und dann war es halt so, aber ich bin schon so weit den Betreibern zuerst einmal Absicht zu unterstellen. Zu oft wurde mir schon ohne Grund ein neuer “Standard” vorgesetzt, ohne, dass es plausible Gründe gab. Da hatte das Handy einfach mal eben einen neuen Stecker, damit man das alte Zubehör bloß nicht weiter verwenden konnte. Da musste mal eben ein neues Speicherkartenformat erfunden werden, damit ich bloß kein kostengünstiges Standardmodell erwerben kann. Da müssen Druckerpatronen mal eben einen Chip aufgelötet bekommen, damit bloß kein Drittanbieter die Preise in etwas realistischere Gegenden drücken kann.

Wenn technische Gründe vorliegen nehme ich das alles hin, aber so ist es ja nur sehr selten. Zumeist wollen die Firmen einem einfach nur mehr Geld aus der Tasche leiern. Fertig, keine weiteren Geheimnisse und keine weiteren Gründe. Geld. Mehr Geld. Schluss. Das nervt mich dermaßen, dass ich mittlerweile allen Firmen erst einmal böse Hintergedanken unterstelle. Dabei gibt es doch auch die guten Menschen. Die (zumeist kleinen) Händler, die mich auf solche Späßchen aufmerksam machen, und die mir Alternativen aufzeigen. Die die Rattenschwänze kennen, die ich mit einem Kauf ungewollt und unbeabsichtigt mit erstehe. Vielfach sind es die kleinen Läden, die sich gegen große Mitbewerber (und dank Amazon hat mittlerweile doch JEDER einen großen Mitbewerber) durch Service behaupten müssen. Für Tipps auf der Suche nach den guten Läden wäre ich dankbar.

*) Filmkritik für Leute mit Avengersvorwissen: Der Film funktioniert nach ganz klaren Comicregeln. Große Bedrohung (in Anlehnung an die erste Rächer Storyline geht es auch diesmal gegen Loki), viele Helden werden zusammengeführt, hauen sich gegenseitig auf die Nase, raufen sich zusammen und retten den Tag / die Stadt / die Welt / meine Oma. Die Story hat etliche Logiklücken, welche durchaus in Comicgeschichten so nicht passieren sollten, aber stören kann das den Filmgenuss nicht mal ein bisschen. Ganz wie in den Avengers Comics haben alle Hauptfiguren ihre eigenen (Film-)Reihen um den ganzen ruhigen zwischenmenschlichen Kram zu erledigen, hier kann also gespart werden um die Geschwindigkeit hoch zu halten. Das funktioniert schon dadurch sehr gut, dass zwischen den Figuren hin und her geschaltet wird und man das Gefühl hat gerade die Konferenzschaltung mehrerer Filme zu sehen. Unterschiedliche Fronten, aber nur Highlights. Herausgekommen ist ein wunderbares Actionkino, dass von Anfang bis Ende Spaß macht ohne auch nur einmal die grauen Zellen zu überfordern. Dass sich nun ein paar Comicfans hinstellen und über die Unterschiede zwischen Film und Vorlage (Maria Hill als Nick Furys rechte Hand, Captain America als Gründungsmitglied der Rächer) schimpfen dürfte wohl normal sein und kann getrost ignoriert werden.

Ich kenne jedenfalls zwei Damen, die vermutlich im nächsten Sommer mit einem Joss Whedon Tattoo auf dem Hinterteil herumlaufen werden.