Besuch auf der MS Wissenschaft

Ende letzter Woche lag in Würzburg die MS Wissenschaft vor Anker und bot jedem interessierten Besucher die Möglichkeit, die aktuelle Forschung im Bereich der digitalen Welten zu bestaunen. Zumindest am Sonntag wurde diese Chance auch rege genutzt. Mit anderen Worten, es war voll.

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Die MS Wissenschaft ist ein umgebautes Frachtschiff, dass den kompletten Sommer durch Deutschland schippert. Dieses Jahr wird es noch bis Ende September unterwegs sein. Bezahlt wird die schwimmende Ausstellung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Eintritt ist kostenlos. Der Ausstellungsinhalt wird von diversen Forschungsgesellschaften gestellt, Max-Plank-Gesellschaft, Fraunhofer Institut, Helmholz und Leibniz Gemeinschaft um ein paar zu nennen.

Wie gesagt, das Angebot fand regen Zuspruch. Das Thema lautete „Digital unterwegs“. Um jedem Beißreflex der digital natives vorzubeugen, sei direkt gesagt, dass keine Schreckgespenster vorgeschoben wurden, sondern neben den allseits bekannten Risiken für unseren Datenschutz vor allem die Chancen der Vernetzung aufgezeigt wurden. Beginnend mit einem kurzen zeitlichen Überblick über die Entwicklung der digitalen Welt und einem nett präsentierten Glossar der wichtigsten Begriffe schlängelte ich mich gemeinsam mit Interessenten aller Altersklassen durch die nett präsentierte Ausstellungsfläche.

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Das Wort „Ausstellung“ trifft die Sache jedoch nicht zu 100%. Die passiven Ausstellungsstücke waren nämlich in der Minderheit, viel häufiger sollte selber probiert werden. Was für Vorteile hat zum Beispiel eine ärztliche Betreuung per SMS für unerfahrene Diabetes-Erkrankte? Und kann der Besucher anhand solcher Kurznachrichten den waren Zustand des Patienten herausfiltern? Wie könnte das Schwarze Brett einer Schule in ein paar Jahren aussehen? Aushänge zum Durchscrollen per Touchscreen? Abruf des Stundenplans jeder Klasse per Klick?

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Ein „intelligenter“ Tisch, Beispiele von beruflichen Einsatzbereichen für Datenbrillen, eine manipulierbare Computersimulation von der Evakuierung größerer Areale, der dargebotene Wissenschaftsbereich war riesig. Schade, dass manche spannenden Mitmachexponate von Jugendlichen dauerbesetzt waren, die an Wissensgewinn nur bedingt Interessiert waren, aber auch so gab es mehr als genug zu tun. Jedes Ausstellungsstück war mit einer kurzen Beschreibung versehen, die die wichtigsten Stichpunkte aufführte (die Mitmachstationen entsprechend mit kurzen Erläuterungen). Ersetzt kein Studium, hilft aber bei der Einordnung des gesehenen.

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Ich empfand meinen kurzen Rundgang als gut genutzte Zeit, ich habe einige Denkanstösse bekommen, und vor allem hat sich der bei mir eh schon gute Ruf von Wissenschaftlern nochmal gebessert. Menschen, die einfach mal aufprobieren dürfen, was geht. Gibt es was cooleres? Aber dazu in einem anderen Blogpost die Tage mal mehr.

Alles wird erforscht.

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Vergleich das!

„Ich gucke jetzt bestimmt nicht meine erste Folge Lindenstraße. Oder würdest Du heute noch einen neuen Char in Everquest erstellen?“

Menschen haben Probleme meine Vergleiche zu verstehen. Also nicht alle Menschen, nur die komische, „normale“ Sorte von Menschen. Zur Erklärung: Everquest ist ein Onlinerollenspiel, das bereits seit 15 Jahren läuft. Mittlerweile gibt es die 21. Erweiterung. Das Spielgebiet ist riesig, die Spieler seit Ewigkeiten dabei und den existenten Inhalt nachzuholen wäre ein Zeitgrab gigantischen Ausmaßes. Es gibt auch nicht wirklich einen Grund es unbedingt nachholen zu wollen. Ein bisschen wie Fritz Langs Metropolis: Ein episches Werk, dessen Bestandteile später nochmal allesamt recycelt und modernisiert auftauchten. Ein Grund es sich anzusehen ist fast ausschließlich in einem historischen Interesse zu finden.

Wenn nach dem eingangs erwähnten Vergleich nur irritiert Blicke folgen, dann stehe ich wieder als der seltsame Spinner da. Ein kurzer Smalltalk über das aktuelle Wetter wurde von meinem Gegenüber vor kurzem mit einem „Winter is coming“ kommentiert. Nach meinem irritierten Blick stand ich wieder als der seltsame Spinner da. Nie Game of Thrones gesehen (auch nicht gelesen, das hat aber auch kaum jemand von dieser Kulturelite, die mich vor allem online mit Zitaten aus dem Werk nerven), wie kann ich nur. Interessiert mich nicht. Herr der Ringe Anspielungen verstehe ich auch nur, weil ich in die ersten beiden Filme gezwungen wurde, und mir dann freiwillig auch noch den dritten angesehen habe. Seit dem Kinobesuch von Teil drei habe ich nie wieder einen gesehen, trotz DVDs im Regal. Die Herr der Ringe Special Extended Editions in meinem DVD Regal sind quasi das Äquivalent zu Eine kurze Geschichte der Zeit in Euren Bücherregalen.

Gehört zur Grundausstattung, das kennt jeder, interessiert mich nicht. Das sind drei Phrasen, die bei mir zusammen gehören, zumindest im Bereich der Filme und Bücher. Spiele sind anders. Ein Kulturbereich, in dem ich gerne noch die Meilensteine nachhole, sofern ich sie nicht eh einstmals live erlebte. Ich gebe zu, dass ikonische und interessante Charaktere in Spielen leider selten vorkommen. Charaktere, deren namentliche Erwähnung bereits für wohlige Erinnerungen sorgen. Zitierbare Taglines, die zum schmunzeln anregen, sind zwar häufiger, aber immer noch nicht mit der Menge anderer Kulturbereiche vergleichbar. Aber es gibt sie.

Als ich gestern geschäftlich ein Word Dokument erhielt, dessen Autor laut Dateiinformation ein Banditenführer aus Risen war, musste ich lachen. Geht doch. Zufrieden bin ich aber erst, wenn ich nach einer Runde Jogging vom Laufband mit einem Lo- lo- lo- look at you, hacker angemacht werde.

Alles wird bla bla bla, Mister Freeman

Savegames Save

Ich habe mich mal wieder an das Thema Backups gewagt. Es ist eine ewige Geschichte und ich glaube auch nicht nun der Weisheit letzten Schluss gefunden zu haben. Eine externe 1 TB große USB 3 Festplatte und die Windows 8 Backup Funktion müssen erstmal reichen.

Bei der Informationssammlung über aktuelle Backupmethoden bin ich aber noch über einen anderen interessanten Punkt gestolpert. Wie sieht es denn mit der Sicherheit meiner Savegames aus? Schließlich sind die nicht lebensnotwendig, aber es stecken zumindest jede Menge Stunden „Arbeit“ drin.

Ich kann nun sagen: Meine Savegames sind save! Ab sofort liegen alle meine Spielstände, auch die reichlich alten (ich meine Dich, Aquanox), in der Cloud. Das kleine Progrämmchen GameSave Manager erkennt die auf der Festplatte gelagerten Spielstände, kopiert sie an einen definierbaren Ort (z.B. eine Dropbox), und hinterlässt an der alten Stelle nur noch einen Hardlink (kleine Anleitung hier). Voila, schon sind alle Savegames gebündelt und tagesaktuell in Sicherheit. Positiver Nebeneffekt: Wenn man das Ganze auf mehr als einem PC durchführt, hat man eine wunderbare Synchronisierungsfunktion für Titel, die das nicht selber (oder per Steamcloud etc.) anbieten.

Ihr fragt nach einem Haken? Es gibt eigentlich keinen. Eigentlich. Denn dummerweise sammeln sich in (grob geschätzt) 15 Jahren PC-Spieler Historie ganz schön viele Savegames an, und die werden auch noch immer größer. In meinem Fall sind es mal eben ca. 3 GB. Da reicht die kostenlose Dropbox schon nicht mehr so ohne weiteres. Musste halt der Skydrive (ach ne, das heißt ja nun Onedrive) her halten. Ach ja, und per se verschlüsselt werden die Daten auch nicht. Finde ich in dem Fall eher vernachlässigbar. Sollen doch ruhig alle wissen, was ich für ein grandioser Freespace 2 Pilot bin/war 🙂

 

Alles wird gesichert.

Zuhause im X Universum

7 lange Jahre hat Egosoft am neuen Teil der X Reihe gewerkelt. 7 Jahre, in denen sie das Prinzip und den Status Quo der drei bis sechs (je nach Zählweise) Vorgänger auf den Prüfstand stellten. Es sollte keine Fortsetzung werden, es sollte ein Neuanfang werden. Nun ist X Rebirth erschienen und irgendwie fühlt sich eine halbe Stunde schon an wie die Rückkehr nach Hause. Nur leider nicht wegen dem Inhalt des Spiels.

Ich treibe mich schon seit vielen, vielen Jahren im X Universum rum. 1999 verschlang mich der erste Teil, der (mitsamt Add-on) gespielt wurde bis 2003 Teil 2 erschien. Kompliziert wurde es, als die nächsten Fortsetzungen alle X3 hießen, aber noch heute ist irgendein Teil der X3 Trilogie grundsätzlich auf meiner Festplatte. Dazu kommen fünf Romane und ein 25 stündiges Hörbuch. Ich verbinde mit diesen Spielen Anekdoten aus meiner Schulzeit und verschlafene Vorlesungen, weil man die Brücke seines Schleppers ja nicht verlassen kann, während dieser per Autopilot (!) durch’s All gleitet.

Und nun haben die Entwickler nichts mehr so gelassen, wie es die bisherigen 15 Jahre war. Das generelle Spielprinzip, umschrieben mit “Trade – Fight – Build – Think” ist unangetastet geblieben, aber davon abgesehen haben sie fast alles umgeworfen. Durch einen Zeitsprung in die Zukunft sind neue Charaktere im Mittelpunkt, eine Supernova hat den Aufbau und die Struktur des Universums umgeworfen und überhaupt funktioniert jetzt alles ganz anders. Keine Stargate-ähnlichen Sprungtore mehr um sauber getrennte Systeme anzufliegen, nein, jetzt gibt es Hochgeschwindigkeits-Highways. Nichts mehr mit fleißigem Schiffshopping, je nachdem was man gerade machen will, man ist nun an ein Schiff gebunden. Man bleibt trotzdem nicht nur im Sessel sitzen, man darf jetzt in Egoperspektive Raumstationen erkunden.

OK, ich sehe es ein, Veränderungen waren an der Zeit. Böse Zungen behaupten schon länger, Egosoft hätte seit 15 Jahren nur ein Spiel mit immer neuen Packungen auf den Markt gebracht. Zudem habe ich noch nicht lange genug an X Rebirth gesessen um die neuen Spielelemente wirklich zu bewerten. Eine Konstante ist jedoch geblieben, die bemerkenswerten technischen Probleme der X Titel. Es ist ein Bugfest.

1999 habe ich mich mit Bugs arrangiert. Sie trafen mich nicht hart und ich war leidensfähig. Teil 2 hat mich größtenteils verschont, da konnte ich die Probleme nur in Foren mitlesen. Die X3 Trilogie musste ich gut abgehangen genießen, die Verkaufsversionen hatten noch zu viele Probleme. Trotz dieser Erfahrungen blieb ich der X Reihe treu. Egosoft hat bisher noch jedes Mal die Technik gepatcht und als Entschädigung neue kostenlose Inhalte nachgeschoben. Den Deal mache ich nicht bei jedem mit, die Jungs haben bei mir jedoch eine gewisse Narrenfreiheit, die auch noch nie überstrapaziert wurde. Die Steam Foren sagen, es hat sich nichts geändert. Das neue Spiel stürzt beim Laden der Kampagne sofort wieder ab, Workarounds mit seltsamen Soundeinstellungen in den Tiefen von Windows existieren. Charaktere sprechen nicht, obwohl sie laut (zuschaltbaren) Untertiteln durchaus was mitzuteilen haben. Die Steuerung lässt sich nicht frei belegen, weil das Spiel beschlossen hat meine Controllertasten 1 & 2 für Bestätigen und Abbrechen zu nutzen. Wenn ich in der Steuerungskonfiguration nun also Button 2 betätige bricht das Menü ab anstatt den Button neu zu belegen. Die Charakteranimationen erinnern entfernt an die Geschmeidigkeit von Tekken 2 Begegnungen. Die Grafiken der Innenräume meines Schiffes stehen im krassen Gegensatz zur Schönheit des Alls. Der Weltraum lässt mich von der Zukunft träumen, die Innenräume wecken mich mit Erinnerungen an Deus Ex 2.

Alles in Allem ist dieses Spiel noch nicht fertig, und das wissen auch die Entwickler. 1,5GB Day-One Patch sprechen für sich. Dass an eben diesem Day-One nur wenige Stunden nach Freischaltung schon der nächste Patch da war, sagt noch mehr. Heute, quasi an Day-Two, wurden erneut 120 MB auf meine Festplatte geschaufelt. Und so werde ich meinen nächsten Ausflug ins X Universum wohl um ein Wochenende verlegen.

Ich wundere mich über mich selbst, aber ich bin deswegen in keiner und keinster Weise angefressen. Es ist schließlich nicht so, als hätte ich wirklich mit etwas anderem gerechnet. Und so ein paar Konstanten braucht der Mensch ja auch.

 

Alles wird buggy

BioShock Infinite

Ich beginne diesen Text nun zum dritten Mal. Ich schaffe es einfach nicht klar auszudrücken warum BioShock Infinite für mich die beste Shootererfahrung der letzten X Jahre ist. Ich kann es zumindest nicht ausdrücken ohne Euch so derbe zu spoilern, dass Ihr mich verprügeln werdet.

Also halte ich mich so allgemein wie möglich: Der Brainfuck am Schluss ist noch heftiger als in Inception, lässt aber weniger Fragen offen. Elisabeth ist so eine wunderbare Person, sie hat Clementine aus dem Bereich meines Herzens für virtuelle Personen gekickt. Zudem sorgt sie dafür, dass sich das Gameplay nicht nach dem einfachen Ablaufen von Missionszielen anfühlt. Obendrein sei allen Fans der ersten beiden BioShock Teile gesagt: Es gibt einen Grund warum das Spiel “BioShock” heißt. Und es gibt einen Grund warum das Spiel “Infinite” heißt. Überhaupt hat alles einen Grund. Ja, alles. Es gibt kleine Schönheitsfehler mal hier und mal da, aber drauf geschissen. Spielt Ihr dieses Jahr nur einen aktuellen Titel, lasst es BioShock Infinite sein. Tut es nicht für mich, tut es für Euch selbst.

So, ich gehe jetzt mal Zähne putzen. Habe den ganzen Weg aus Fürth bis hier hin meine Kinnlade über den Boden schleifen müssen, weil ich sie einfach nicht mehr schließen konnte.

Alles wird unvergleichlich

Videospiele von A bis Z

Es nervt mich Perlen zu verpassen.

Immer mal wieder kommt ein Spiel, dass nur für mich gemacht ist. Es hat Ecken und Kanten, die mich nicht stören, und es hat Stärken, die mich exakt ansprechen. Oni war so ein Titel. Als ich die ersten bewegten Bilder im Jahre 2001(!) im Fernsehen(!!) in Giga Games(!!!) sah wusste ich, da werde ich viele, viele Stunden mit verbringen. Es ist immer noch das Spiel, das ich am häufigsten durchgespielt habe. Und das behaupte ich ohne mitgezählt zu haben. Objektiv betrachtet konnte ich den Titel aber bereits damals niemandem blind empfehlen.

Vor kurzem dann ein neuer Fall: Binary Domain erschien vor ziemlich genau einem Jahr auf der Bildfläche. Durch die Bank weg als solider 70er Titel bewertet, und das passt soweit auch… wenn da nicht diese fantastische Geschichte und diese eine herzerwärmende KI-Mitstreiterin wäre. Ich bin absolut geflashed von dem Titel. Warum habe ich erst jetzt etwas von dieser Spieleperle mitbekommen, zu einem Zeitpunkt, in dem es für den Publisher wegen miserabler Verkäufe schon um eine Drittverwertung geht (<hint> zum Beispiel auf der Cover DVD einer PC Spielezeitschrift ab dem 24.4. </hint>)?

In dem einen Fall geht es mir wenigstens nicht nur alleine so. Der gute Herr Andreas von Polygamia nahm Binary Domain im Juni 2012 sogar zum Anlass um einen sehr lesenswerten Kommentar über die PR Abteilungen von Spielepublishern zu schreiben. Ich könnte mich jetzt auch in allgemeine Erzählungen verlieren, oder versuchen Euch ein wenig aus meiner Spielewelt zu berichten, von den paar (meiner Meinung nach) unterschätzten Titeln, die ich trotz aller Widrigkeiten entdecken konnte. Von den Titeln, die mir nach vielen Jahren noch im Gedächtnis geblieben sind. Nicht neu angefasst, sondern mit der kompletten Ladung Verklärung, die diese Jahre so mit sich brachten.

Unser Würzburger Blogopa Hazamel, durchgehend Garant für gute Ideen, hatte nun sein neues Projekt vorgestellt (und bereits begonnen). Die Videospielewelt erklärt anhand von schmissigen Begriffen, einmal durch’s Alphabet. Den Stress, zu jedem Buchstaben ein erwähnenswertes Spiel zu suchen, wollte er sich nicht geben. Tja, da komme ich kleine Schreibschlampe ins Spiel. Bei einem ersten Brainstorming habe ich 45 Titel zusammengetragen, die sich auf 26 Buchstaben verteilen. Ich denke, ich werde nur Stress haben die Liste erbarmungslos zusammen zu kürzen. Dennoch, das wäre eine schöne Aufgabe für meine zahlreichen Zugfahrten im Moment. Ihr könnt hier also in den nächsten Monaten/Jahren eine (für meine Verhältnisse gigantische) Contentflut erwarten. Hell yeah!

Alles wird schreibwütig

Spielejahr 2012

OK, diese Liste war schwierig. Nicht, dass ich im letzten Jahr so wenig gespielt hätte. Nicht, dass ich im letzten Jahr nur Mist gespielt hätte, ganz im Gegenteil. Das Problem ist, ich habe im letzten Jahr große Teile der Jahre 2010 und 2011 nachgeholt, und auch wenn die Titel mir fast durchgehend sehr viel Freude bereitet haben, sie gehören hier nicht rein. Warum mache ich diese Liste dann also? Weil Polyneux nach Listen fragt, ich eine Rampensau bin und dieses Jahr auch mal dabei sein wollte.

Hier geht es nun also einfach um das Beste, was ich 2012 aus 2012 erleben durfte. Dann wollen wir mal…

Die Top 5 aus 2012:

Platz 6: X³ Albion Prelude (PC)

Diesen Platz gibt es aus mehreren Gründen. Erstens: Ich kann nicht zählen. Zweitens: Das Spiel erschien am 15.12.2011 und fällt somit aus dem Raster. Drittens: Es ist ein solider, aber kein überragender Titel. Viertens: Erwähnen muss ich ihn trotzdem.
Seit einem zweiwöchigen Urlaub in der Bretagne, den ich als Schuljunge ohne Zugang zu technischen Geräten, einzig mit einer aktuellen Ausgabe der PC Games, verbringen musste, bin ich den X Titeln verfallen. Je nach Zählweise (wie gesagt, nicht meine Stärke) handelt es sich bei Albion Prelude um den fünften oder sechsten Teil. Erklären lässt sich das Spielprinzip aller X Spiele ganz gut als „Open World ohne World“. Ihr schippert mit einem Raumschiff durchs All und könnt tun und lassen was Ihr wollt. Pirat werden? Waffen ans Schiff schrauben und los. Polizist werden? Polizeilizenz erstehen und los. Großmagnat werden? Frachter kaufen, Waren transportieren, sparen und irgendwann die erste eigene Raumstation bauen, weiter sparen und langsam das eigene Wirtschaftsimperium mit zusätzlichen Stationen vergrößern.
In Albion Prelude befindet sich das X-Universum im Krieg. An dem muss man nicht teilnehmen, sofern man auf die Story pfeift. Für X Veteranen wie mich ist aber gerade die interessant, da das Gameplay kaum Unterschiede zum Vorgänger aufweist, während die Geschichte den Übergang zum großen Relaunch der Reihe namens X: Rebirth bildet. Und so ist Albion Prelude ein netter Fanservice, aufgrund der geringen Unterschiede zu X³: Terran Conflict hat er bei mir jedoch nicht so eingeschlagen, dass er in die Top 5 müsste.

Platz 5: Picross E (3DS)

Bei Picross handelt es sich um ein schon häufiger versoftetes Puzzlespiel. Man sitzt vor einem sudokuähnlichen Spielfeld mit zumeist 15 x 15 Feldern, und diese Felder färbt man nacheinander schwarz… aber natürlich mit System. Am Rand des Spielfeldes steht für jede Reihe und jede Spalte geschrieben, wie viele Felder geschwärzt werden müssen, und vor allem wie viele davon am Stück. Schwer zu erklären, aber einmal verstanden ergibt sich ein ungeheures Suchtpotential. Ich habe in den 3,5 Monaten, die Picross E nun auf dem Markt ist ganze 27 Stunden reingesteckt. Ich bin durch alle gestellten Rätsel durch und dürfte nun meine Zeiten verbessern, oder ich warte einfach auf den zweiten Teil, der noch diesen Monat erscheinen soll. Schätzungsweise werdet Ihr von dem Titel dann nächstes Jahr hier lesen.

Platz 4: Resident Evil – Revelations (3DS)

Teil 6 der Hauptreihe wird wohl dieses Jahr nicht so viele Spiel des Jahres Auszeichnungen entgegen nehmen dürfen, um nicht zu sagen, es besticht eher durch Spiellänge als durch Spieltiefe. Anfang des Jahres 2012 erschien jedoch ein Spiel, dass auch an manchen Stellen ein wenig gestreckt erschien, dabei aber eine klasse Atmosphäre aufzubauen vermochte. Ungefähr 20 Stunden hielt mich Resident Evil – Revelations fest, bevor ich überhaupt noch mal auf die Idee kam ein anderes Modul in den Schacht des 3DS zu stecken. Dank (unsagbar hässlichem) Zubehör ließ sich der Titel gut steuern, die Grafik gehört mit zum Besten auf dem 3DS und sogar der Sound wusste zu gefallen. Die Story war zwar nicht preisverdächtig, aber als Grundlage für ein Zombie/Mutanten Actionballerspiel durchaus in Ordnung. Ich würde mich sehr über einen Nachfolger freuen, dann vielleicht mit ein wenig weniger Backtracking…

Platz 3: Catherine (Xbox360)

An meinem Geburtstag erschien eine Genremixtur, die für mich so unpassend klang, dass ich sie unbedingt ausprobieren musste. Kurz (viel zu kurz) durfte ich bereits auf der Gamescom 2011 reinschnuppern, doch wirklich gefesselt hat mich das Spiel erst daheim. Die Geschichte handelt von Vincent, ein Kerl irgendwo zwischen ewigem Kind und verantwortungsbewusstem Mann. Seine Freundin Katherine findet er wäre jetzt lange genug Kind gewesen und drängt darauf, dass ihre Beziehung den nächsten Level erreicht. Natürlich weiß sie nichts davon, dass Vincent gerade die junge, verrückte und rattenscharfe Catherine getroffen hat. Dumm nur, dass just zu dieser Zeit nahezu alle untreuen Männer des Landes seltsame Albträume haben, von denen etliche auch nicht mehr aufwachen. Ihr habt also zwei Baustellen, Ihr müsst tagsüber die Herausforderungen eines Doppellebens meistern, Euch währenddessen für eine der Frauen entscheiden, und nachts habt Ihr im Gegenzug knüppelharte Puzzles zu lösen um Eure Albträume zu überleben. Die Mechanik des Puzzleteils ist dabei recht einfach erklärt. Ihr müsst eine Wand erklimmen (teilweise unter Zeitdruck), dazu dürft Ihr Blöcke aus dieser Wand ziehen um auf sie drauf zu steigen und Euch Treppen zu bauen, oder aber um Teile der Wand einzureißen. Natürlich gibt es auch dabei Techniken für Fortgeschrittene. Catherine hat mein Hirn genauso gefordert, wie mein Verständnis für die dämlichen Entscheidungen, die Vincent ohne mein Zutun trifft. Aber gut, irgendwie muss die Geschichte ja am Laufen gehalten werden. Je nachdem wie Ihr Euch während des Spiels verhaltet seht Ihr eine von mehreren grundlegend verschiedenen Endsequenzen. Ganz spoilerfrei mag ich nur sagen, ich habe nicht das Ende gesehen, das ich haben wollte, aber sicher das, welches ich verdiente. Klingt deprimierend und schreit nach einem zweiten Durchspielen.

Platz 2: Theatrhythm Final Fantasy (3DS)

Der 3DS hat mich ganz schön auf Trab gehalten, so auch mit diesem wunderbaren Titel. Es handelt sich um eine Mischung aus Rollen- und Musikspiel. Durch präzise getimte Tipp- und Streichbewegungen werden Monster bekämpft oder Wege zurück gelegt. Dabei werden Erfahrungspunkte gesammelt, die meine Figuren stärker werden lassen um schwerere Monster zu besiegen oder weitere Strecken zu laufen. Spaßig, aber eigentlich recht banal. Was diesen Titel so weit in meiner Gunst hat steigen lassen war die Musikauswahl. Aus den 13 Titeln der Final Fantasy Hauptreihe (Teil 14 wird verleugnet) wurden mindestens 5 Titel gewählt, die nun in Theatrhythm bespielt werden dürfen. Über die Final Fantasy Rollenspiele darf man sagen was man will, die Musik war und ist jedoch bisher in jedem Teil grandios gewesen. Diese meisterhaft komponierten Stücke, die alleine für sich genommen den Hörer bereits auf eine Reise in ferne Länder schicken, nun auch noch mit einem spaßigen und gut umgesetzten Rhythmusspiel zu kombinieren war äußerst geschickt. Wir kombinieren Material, das eh noch im Archiv rumgammelt mit ein wenig Arbeit und verkaufen es erneut. Dieses Mal nehme ich es ihnen aber nicht übel. Für mich war der Titel die Überraschung 2012, alleine schon, weil ich nicht wusste, dass mich ein Musikspiel fesseln kann.

Platz 1: The Walking Dead (PC)

Über dieses Spiel wurde wohl schon alles gesagt. Zu Eurem Leidwesen halte ich trotzdem nicht den Rand. Ich werde in dieses Spiel hineingezogen, ich werde zu einem Teil der Welt und bin verantwortlich für meine computergesteuerten Freund und Rivalen. Ich treffe Entscheidungen, und wenn die nicht optimal waren, dann stirbt mit großer Wahrscheinlichkeit jemand, der mir wichtig war oder mir zumindest hätte helfen können. Es ist diese Geschichte und deren zahlreiche Verwinkelungen, die diesen Titel zum für mich besten im Jahr 2012 macht. Und das, obwohl es sich bei dem Titel eigentlich um das handelt, was uns allen Ende der 90er unter dem Namen „interaktiver Film“ versprochen wurde. Leichte Rätsel ohne Kopfnüsse, spielerisch anspruchslose Actionsequenzen und zeitweilige Verwirrung was eigentlich zu tun ist. Alles egal. Anders als zum Beispiel Grafikblender lassen sich mit Geschichte und Atmosphäre wirklich Makel aufheben. The Walking Dead ist der Beweis.

Soweit meine Zusammenfassung des letzten Jahres. Aber es sieht so aus, als ob 2013 bei mir nicht „aktueller“ laufen würde. Als nächstes gehe ich El Shaddai an, danach sind die Wii Highlights der letzten Jahre dran. Der Schattenläufer, Skyward Sword, Conduit 2 und No more heroes 2 warten auf ihre Chance. Und Skyrim dürfte mir auch noch viele weitere Stunden stehlen…