Kinderquatsch mit Nils

Nun bin ich also seit wenigen Wochen Vater eines kleinen Mädchens. Das erste Einleben von Kind und Eltern ist vollzogen, schon bald kann man es vermutlich Alltag nennen.

Ich habe nicht das Gefühl, dass sich mein Leben besonders geändert hätte, auch wenn das wohl der Fall ist. Das ist mir in den letzten Jahren jedoch bereits so oft passiert, vielleicht nehme ich es nur nicht mehr wahr.

Viele Gedanken mache ich mir zur Zeit über die verschiedensten Dinge. Was muss ich noch ändern um mit der Entwicklung meiner Tochter Schritt zu halten? Wo will ich sie begleiten, wo führen? Und lohnen sich die Gedanken überhaupt, oder wird sie mir schon zeigen wie und wohin die Reise geht?

Welche Werte und Ideen möchte ich in dieses kleine Bündel stopfen? Ein paar sind klar, zum Beispiel „Alle guten Menschen hören Metal und erkennen sich daran“. Aber sonst? Erkläre ich ihr, dass alle Menschen gleich sind, egal was sie glauben, wen sie lieben, wie sie aussehen? Oder mache ich ihr besser klar, dass Dummheit nicht nur eine Parabel ist, dass es wirklich Menschen gibt, die höllische Angst vor Chemtrails haben. Apropos Hölle, Religionen zu erklären verspricht auch spannend zu werden.

Ich denke ich habe noch Zeit bis die Themen wichtig werden, aber vielleicht auch nicht. Das Kind ist sechs Wochen alt und hat noch nie mit seinem Vater zusammen Spaceballs gesehen. Ist da überhaupt noch was zu retten? Jetzt schon versagt? Bekomme ich eine zweite Chance? Das Kind hat einen Bauchnabelbruch und muss operiert werden. Nach sechs Wochen ist das noch ein Garantiefall, oder? Sind Bauchnabel Gebrauchsmaterialien?

Ich weiß nur eins. Dass ich im Gegensatz zur Mutter Alkohol trinken darf ist für alle beteiligten ein großer Segen. In dem Sinne, Prost.

 

Alles wird Single Malt

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